nach oben| Internationale Filmfestivals
Filmfestivals sind periodisch stattfindende, kulturelle Veranstaltungen mit Event-Charakter, die Produzent*innen und Filmemacher*innen die Chance geben, international auf sich aufmerksam zu machen und Vertriebswege für ihre Filme zu erschließen.
Jährlich findet eine große Anzahl Festivals statt, die unterschiedlichen, manchmal auch mehreren Kriterien zugeordnet werden können und die sich bestimmten Themen (z.B. Sport), Gruppen (Kinderfilmfestivals), einer bestimmten Kategorie von Filmen (Dokumentarfilm, Kurzfilm) oder auch einem Genre (Horror) widmen. Oft spielt auch die Herkunft von Filmen eine wichtige Rolle. Die genaue Anzahl der Festivals lässt sich dadurch nur schwer bestimmen. Nach Schätzungen umfasst der weltweite Kreislauf an Filmfestivals rund 10.000 miteinander verbundene Festivals, davon ca. 3.000 bis 4.000 in Europa und um 400 in Deutschland.

Der internationale Filmproduzentenverband (FIAPF) erstellt jährlich die Liste der A-Festivals. Als A-Festivals gelten Filmfestspiele mit internationalem Wettbewerb.

Die FIAPF unterscheidet die folgenden Kategorien:
Festivals mit internationalem Wettbewerb
Festivals mit spezialisiertem internationalen Wettbewerb
Festivals ohne internationalen Wettbewerb (darunter die Viennale)
Dokumentar- und Kurzfilmfestivals

COMPETITIVE FEATURE FILM FESTIVALS (A-FESTIVALS)
Internationale Filmfestspiele Berlin (Deutschland, Februar)
Festival de Cannes (Frankreich, Mai)
Shanghai International Film Festival (China, Juni)
Moscow International Film Festival (Russland, Juni)
Karlovy Vary International Film Festival (Tschechien, Juni/Juli)
Festival Internazionale del film Locarno (Schweiz, August)
World Film Festival Montréal (Kanada, August/September)
Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica (Venedig, Italien, August/September)
Festival Internacional de Cine de San Sebastián (Spanien, September)
Warsaw Film Festival (Polen, Oktober)
Tokyo International Film Festival (Japan, Oktober/November)
Tallinn Black Nights Film Festival (Estland, November/Dezember)
Cairo International Film Festival (Ägypten, November)
Festival Internacional de Cine de Mar del Plata (Argentinien, November)
International Film Festival of India (Goa, Indien, November)
Quelle: Internationaler Filmproduzentenverband (FIAPF)

Österreichische Filme auf Key Festivals
Die Austrian Film Commission betreute 2017 insgesamt 70 Filme (2016: 68), davon 35 Spielfilme und 35 Dokumentarfilme. Mit 491 Festivalteilnahmen gab es erneut eine Steigerung: 13 Teilnahmen mehr als 2016. Festivalfavorit war der Dokumentarfilm Untitled von Monika Willi und Michael Glawogger mit insgesamt 55 Teilnahmen. Hervorzuheben ist erneut die Festivalbilanz von Ulrich Seidls Safari, der auf insgesamt 64 Teilnahmen in den Jahren 2016 und 2017 kommt.

Die AFC unterteilt die Festivals in drei Kategorien:
Key Festivals: Bei diesen Festivals handelt es sich mehrheitlich um Ur- und Erstaufführungsfestivals, die für den internationalen Ersteinsatz einer neuen Produktion Priorität haben. Einen Film auf einem dieser Festivals zu plazieren, ist primäres Ziel der AFC.
Kategorie 1: Wichtigste Nachspielfestivals
Kategorie 2: Nachspielfestivals mit geringerer, meist regionaler bzw. lokaler Bedeutung.

In der Kategorie der Key Festivals konnten 15 Teilnahmen erzielt werden, bei den Festivals der Kategorie 1 wurden 48 Teilnahmen erreicht. Bei den Festivals der Kategorie 2 waren es in Summe 428 Teilnahmen.


Erfolgsabhängige Filmförderung des Filminstituts
Die Teilnahme an ausgewählten Wettbewerben internationaler Filmfestivals sowie Preise und Auszeichnungen in Zusammenhang mit dem Zuschauer*innen-Erfolg im Inland qualifizieren österreichische Kinofilme als Referenzfilme im Rahmen der erfolgsabhängigen Filmförderung (Referenzfilmförderung) des Filminstituts. Referenzmittel werden in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse vergeben und sollen anspruchsberechtigten Produzent*innen die Grundfinanzierung für die Herstellung eines neuen Films ermöglichen. Zusätzlich erhalten die Autor*innen und Regisseur*innen der Referenzfilme fixe Förderbeträge zur unabhängigen Stoffentwicklung („incentive funding“).

2017 haben vier Filme aufgrund von Preisen und Teilnahmen an Festivalwettbewerben (in Kombination mit Kinobesuchen) die Voraussetzung für die Beanspruchung von Referenzmittel erfüllt:

Happy End
R: Michael Haneke
P: Wega Film
Cannes, Wettbewerb

Siebzehn
R: Monja Art
P: Orbrock Film
Max Ophüls Preis

Untitled
R: Michael Glawogger, Monika Willi
P: Lotus Film
Berlin, Panorama Dokumente

Wilde Maus
R: Josef Hader
P: Wega Film
Berlin, Wettbewerb
nach oben| Teilnahmen und Preise österreichischer Kinofilme auf A-Festivals Lade Tabelle
Quelle: Filminstitut
 
nach oben| Preise auf A-Festivals
Atelier de Conversation Dokumentarfilm
R: Bernhard Braunstein
P: schaller08
Karlovy Vary, 52nd International Film Festival, Spezialpreis der Jury

Die beste aller Welten Spielfilm
R: Adrian Goiginger
P: RitzlFilm
Berlin, 67. Internationale Filmfestspiele - Perspektive Deutsches Kino, Kompass-Perspektive-Preis
Moscow, 39th International Film Festival, Silver George for the Best Actress - Verena Altenberger