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Weltweit haben in den letzten Jahren digitale Verleihformen (in erster Linie SVOD) den Markt neu aufgeteilt. 2015 hat in Österreich die Anzahl der Nutzer*innen von VOD erstmals die Millionengrenze überschritten, 2017 sind es schon fast zwei Millionen. Im Vergleich dazu sind es 2017 rund 3,7 Millionen Kinobesucher*innen. Laut aktuellen Prognosen sollen es bis 2020 schon fast 2,3 Millionen Nutzer*innen für VOD sein.

Unter dem Radar der lauten Diskussion um die Rolle von Netflix kann Amazon Prime seine dominierende Rolle in Österreich ausbauen. Die noch vor zwei Jahren führenden Angebote der Kabel- und Mobiltelefonanbieter (UPC, A1, Aon) sind schon fast in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Von den prognostizierten 2,21 Millionen VOD Nutzer*innen des Jahres 2020 sollen nach dieser Prognose alleine auf Netflix 1,1 Millionen entfallen.
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Prognose zu Nutzerzahlen von digitalen Medien nach Segmenten in Österreich für die Jahre 2016 bis 2022 (in Millionen)
Quelle: Digital Market Outlook, Statista, Juli 2018
 
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Quelle: Mindshare 2014 bis 2017 Online-Umfrage
 
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Das dynamischste Wachstum dürfte nach Expert*innenschätzungen etwa bis 2017 stattgefunden haben, ab dann wird der Anstieg etwas weniger steil. Während für EST kaum noch Wachstum zu erwarten ist, hat TVOD noch fast 100% Wachstumsphantasie, allerdings auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Der Markttreiber aber wird weiterhin SVOD sein, das von 2016 bis 2022 in Österreich noch um fast 60% zulegen dürfte, dabei aber fast 80% des VOD-Marktes besetzen dürfte.

Von besonderem Interesse sind angesichts der Dominanz der US-Anbieter beim kostenpflichtigen Streaming (SVOD) die angebotenen Inhalte. Das European Audiovisual Observatory hat im November 2016 eine Studie zum Filmangebot bei VOD und SVOD Anbietern in den EU-28 Ländern vorgelegt.

Demnach machen US-Produktionen 67% des VOD-Angebotes an Filmen aus und bei den SVOD-Anbietern sind es 57%. Auf europäische Produktionen (EU-28) entfallen bei den untersuchten 68 VOD-Katalogen 19% (1% auf andere europäische Herkunftsländer), bei den 37 analysierten SVOD-Katalogen sind es 31% für EU-28 Produktionen und 1,5% für Filme aus anderen europäischen Herkunftsländern.

In Österreich beinhaltet der Netflix-Katalog 18% EU-Filme, 1% andere europäische Filme, 70% US-Filme und weitere 11% andere internationale Filme. Auf nationale österreichische Produktionen entfallen 0%. Tröstlich ist, dass sich Österreich damit mit fast allen anderen europäischen Ländern in einer Klasse befindet. Lediglich Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien erzielen niedrige einstellige Prozentwerte. Lediglich UK ist mit 10% des Angebots zweistellig.
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Quelle: Digital Market Outlook, Statista, Juli 2018