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Creative Europe - MEDIA ist das Programm der Europäischen Kommission zur Unterstützung der audiovisuellen Industrie Europas. Es ist Teil des Creative Europe Programms, welches die Bereiche CULTURE und MEDIA umfasst und durch eine dritte Schiene („Cross-Sectoral Strand“) ergänzt wird, die bereichsübergreifende Maßnahmen setzt.

Das Budget für die Gesamtlaufzeit von Creative Europe beträgt 1,46 Mrd. Euro, auf das Teilprogramm MEDIA entfallen 824 Mio. Euro (56%). Das Budget für das MEDIA Programm ist U-förmig angelegt: Nach einer Verringerung des Budgets in den Jahren 2015 und 2016 steigt das Budget ab dem Jahr 2017 an und erreicht 2020, dem letzten Jahr des Programms, seinen höchsten Wert.

Europaweit wurden 2016, dem dritten Jahr des Creative Europe - MEDIA Programms, knapp 105 Mio. Euro für 1.983 Projekte aus dem audiovisuellen Bereich zugesagt.

Für österreichische Projekte wurden aus dem MEDIA Programm Förderungen in Höhe von ca. 2,5 Mio. Euro zugesagt. Mit dieser Gesamtsumme liegt 2016 leicht unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, obwohl in fast allen Förderschienen, in denen österreichische Projekte zu finden sind, Steigerungen verzeichnet werden konnten. Im Bereich TV-Koproduktionsförderung sind österreichisch majoritär koproduzierte Projekte traditionell selten, hier stellte das Jahr 2014 mit 2 geförderten Projekten eine Ausnahme dar.

Die einzige bisher geförderte österreichische VoD Plattform rechnete 2016 aufgrund einer Veränderung ihrer Finanzierungsstruktur ihr Projekt unterjährig ab.
Besonders geschätzt von heimischen Produktionsfirmen werden die Slate Förderungen, das zeigt die hohe Anzahl der Einreichungen. Sie ermöglichen einen aufwändigeren Entwicklungsprozess und können die Marktsituation einer Produktionsfirma deutlich verbessern. Erfreulich ist, dass zwei neue Festivals gefördert wurden, was für die Diversität, Qualität und Internationalität der österreichischen Filmfestivals spricht. Nach wie vor gibt es in den Bereichen Training, Market Access und Koproduktionsfonds keine Einreichungen aus Österreich. Initiativen aus diesen Bereichen könnten die internationalen Beziehungen der österreichischen Branche verstärken.

In Zusammenarbeit mit der European Film Academy und dem MEDIA-Desk Netzwerk wurde von der Europäischen Kommission 2016 zum ersten Mal eine Promotion-Aktion gesetzt, die sich direkt an das europäische Kinopublikum richtete. Interessierte Cineast*innen konnten Tickets für die Gala des Europäischen Filmpreises in Wroclaw gewinnen. Eine gelungene Zusammenarbeit des MEDIA-Desk Netzwerks stellte das Series Lab Hamburg dar. Hochkarätige Expert*innen aus dem internationalen TV-Bereich sorgten für inspirierenden Input zum Thema Serien-Entwicklung und -Finanzierung.

Im Jahr 2017 wird eine Zwischenevaluierung des Programms von der Europäischen Kommission durchgeführt. Aus der ersten Programmhälfte (2014-2017) sollen Schlüsse für das Folgeprogramm ab 2021 gezogen werden. Die Ergebnisse der Online-Konsultation werden im Dezember 2017 dem Europäischen Parlament vorgelegt.

Vorangetrieben werden die Diskussionen um den Digitalen Binnenmarkt, die Überarbeitung der Audiovisual Media Services Directive sowie des Urheberrechts lassen sich im Hinblick darauf wohl nicht mehr lange aufschieben.


MEDIA Förderungen sind in der Regel nicht rückzahlbare Zuschüsse. In den meisten Fällen übernimmt Creative Europe - MEDIA maximal 50% der Kosten einer Maßnahme, die restlichen 50% der Finanzierung muss die Antragstellerin*der Antragsteller garantieren. In einigen Förderbereichen werden die Zuschüsse zur Erleichterung der Antragstellung und Administration als Pauschalsummen ausgezahlt.

Cultural and Creative Sectors Guarantee Facility
Im Cross-Sectoral Strand, der dritten Programmschiene von Creative Europe, wird ein Garantiefonds installiert, der kleinen und mittleren Unternehmen des Kultur- und Kreativsektors den Zugang zu Bankkrediten erleichtern soll. Mit den Mitteln aus dem Garantiefonds haftet die EU für Kredite, die Banken an Kreativunternehmen vergeben, wodurch sich deren Risiko reduziert. Der Europäische Investitionsfonds verwaltet den Garantiefonds im Namen der Europäischen Kommission. Finanzinstitutionen können sich noch bis zum Ende der Laufzeit des MEDIA Programms 2020 bewerben.


Creative Europe Desk - MEDIA
In jedem Mitgliedsland befindet sich ein Informations- und Beratungsbüro, das über das Förderangebot informiert und bei der Antragstellung unterstützt. Das Creative Europe Desk (CED) - MEDIA ist im Österreichischen Filminstitut eingerichtet. Die Koordination des CED, das Beratungsbüro für das Teilprogramm CULTURE sowie die politische Vertretung bei den Programmausschüssen werden vom Bundeskanzleramt, Abteilung II/10: Europäische und internationale Kulturpolitik gestellt.
www.creativeeurope.at
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Quelle: Creative Europe Desk MEDIA
 
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Ziele des MEDIA Programms sind die Wahrung der kulturellen Vielfalt, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Filmwirtschaft und eine bessere Verbreitung europäischer audiovisueller Werke innerhalb und außerhalb von Europa. Das Creative Europe - MEDIA Programm umfasst insgesamt vierzehn Förderschienen, welche die Bereiche Entwicklung (Projektentwicklung - umfasst „Slate Funding“ und Förderung für einzelne Projekte, TV-Koproduktionen und die Entwicklung von Videospielen), Verleih und Vertrieb (automatische und selektive Verleihförderung, Förderung für Weltvertriebe und Online-Vertrieb) und Promotion europäischer audiovisueller Werke (Training, Marktzugang, Filmfestivals, Publikumsentwicklung, internationale Ko-Produktionsfonds, Kinonetzwerke) abdecken.
Die antragstellenden Unternehmen müssen ihren Sitz in einem der MEDIA-Mitgliedsländer haben und sich mehrheitlich im Besitz von Staatsbürger*innen eines MEDIA-Mitgliedslandes befinden. Natürliche Personen können keinen Antrag stellen.


Creative Europe - MEDIA Mitgliedsländer (35)
Albanien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.
Darüber hinaus sind in den Förderbereichen Training, Festivals, Film Education und Marktzugang Georgien, Moldawien und die Ukraine antragsberechtigt.
Stand: Dezember 2016