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Im Jahr 2017 wird eine Zwischenevaluierung des Programms von der EK durchgeführt. Aus der ersten Programmhälfte (2014-2017) sollen Schlüsse für das Folgeprogramm ab 2021 gezogen werden. Die Ergebnisse der Online-Konsultation werden im Dezember 2017 dem Europäischen Parlament vorgelegt.

Vorangetrieben werden die Diskussionen um den Digitalen Binnenmarkt, die Überarbeitung der AVMSD sowie des Urheberrechts lassen sich im Hinblick darauf wohl nicht mehr lange aufschieben.

Neues Mitgliedsland des MEDIA Programms ist die Republik Mazedonien, Unternehmen aus der Ukraine können in den Bereichen Training, Festivals, Publikumsentwicklung sowie Promotionaktivitäten für den europäischen Film einreichen.

Mit einer Gesamtsumme von knapp 2,5 Mio. Euro zugesagten Mitteln aus dem MEDIA-Programm liegt 2016 leicht unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, obwohl in fast allen Förderschienen, in denen österreichische Projekte zu finden sind, Steigerungen verzeichnet werden konnten. Im Bereich TV-Koproduktionsförderung sind österreichisch majoritär koproduzierte Projekte traditionell selten, hier stellte das Jahr 2014 mit 2 geförderten Projekten eine Ausnahme dar.
Die einzige bisher geförderte österreichische VoD Plattform rechnete 2016 aufgrund einer Veränderung ihrer Finanzierungsstruktur ihr Projekt unterjährig ab.
Besonders geschätzt von heimischen Produktionsfirmen werden die Slate Förderungen, das zeigt die hohe Anzahl der Einreichungen. Sie ermöglichen einen aufwändigeren Entwicklungsprozess und können die Marktsituation einer Produktionsfirma deutlich verbessern. Erfreulich ist, dass zwei neue Festivals gefördert wurden, was für die Diversität, Qualität und Internationalität der österreichischen Filmfestivals spricht. Nach wie vor gibt es in den Bereichen Training, Market Access und Koproduktionsfonds keine Einreichungen aus Österreich. Initiativen aus diesen Bereichen könnten die internationalen Beziehungen der österreichischen Branche verstärken.

In Zusammenarbeit mit der European Film Academy und dem MEDIA-Desk Netzwerk wurde von der Europäischen Kommission 2016 zum ersten Mal eine Promotion-Aktion gesetzt, die sich direkt an das europäische Kinopublikum richtete. Interessierte Cineast*innen konnten Tickets für die Gala des Europäischen Filmpreises in Wroclaw gewinnen. Eine gelungene Zusammenarbeit des MEDIA-Desk Netzwerks stellte das Series Lab Hamburg dar. Hochkarätige Expert*innen aus dem internationalen TV-Bereich sorgten für inspirierenden Input zum Thema Serien-Entwicklung und -Finanzierung.

Text: Esther Krausz und Martina Lattacher