nach oben| Fernsehveranstalter
Im Jahr 2016 hat sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum etwas am Fernsehprorammangebot und an der Zahl der österreichischen Fernsehveranstalter verändert.

Bundesweit sind neben den ORF Programmen „ORF EINS“, „ORF 2“, „ORF III Kultur und Information“ und „ORF Sport+“ weiterhin fünf private TV-Programme österreichischer Herkunft verfügbar: „ATV“, „ATV II“, „Puls 4“, „ServusTV“ und das Musikspartenangebot „gotv“ sind via Satellit, Kabel und Terrestrik zu empfangen.

Mit dem Angebot „R9 - Regionales Fernsehen Österreich“ sind im September 2015 außerdem die größten Regionalfernsehprogramme als Programmzusammenschluss via Satellit verfügbar und können so ebenfalls bundesweit empfangen werden. Dabei fügen W24, Vorarlbergs Regionalsender LändleTV, TirolTV, RTS aus Salzburg, Oberösterreichs LT1, KT1 aus Kärnten, der steirische Kanal3, SchauTV aus dem Burgenland und Niederösterreichs Regionalsender N1 Teile ihrer jeweiligen Programme zu einem Gesamtprogramm zusammen. Das Regionalprogramm SchauTV, das schwerpunktmäßig inhaltlich die Ostregion (Wien, Niederösterreich und das Burgenland) abdeckt, verfügt zudem über einen eigenständigen Satellitenkanal.

Weiterhin stellen aber vor allem regionale und lokale Angebote den zahlenmäßig größten Anteil österreichischer Fernsehprogramme. Diese Programme werden überwiegend nur in Kabelnetzen (151 Programmangebote), zum kleineren Teil aber auch digital-terrestrisch (19) verbreitet.

PRIVATE FERNSEHVERANSTALTER IN ÖSTERREICH
In Österreich sind offiziell 163 private TV-Veranstalter bei der Medienbehörde KommAustria registriert. Bei dieser auf den ersten Blick großen Zahl handelt es sich allerdings in mehr als 100 Fällen weniger um klassische TV-Angebote, als vielmehr um Info-Kanäle von Kabelnetzbetreibern oder um Wetterkameras von z.B. Bergbahn-Gesellschaften (Ski-Liftanlagen), deren Übertragung in lokale Kabelnetze in touristischen Regionen eingespielt wird. Außerdem kommen ein paar Zulassungen für Satelliten-TV-Programme hinzu, die ausschließlich werblich sind und vielfach Erotik-Angebote, zum Beispiel Telefonnummern entsprechender Dienste, kommunizieren.

Den klassischen Begriff von Fernsehprogrammen erfüllen 54 Veranstalter, die aber auch in deutlich unterschiedliche Kategorien einzustufen sind. Darin enthalten sind die bereits oben genannten privaten fünf Vollprogramme (ATV, ATV II, Puls 4, ServusTV und das Musikspartenprogramm gotv), die per Satellit, Kabel und Terrestrik zu empfangen sind.
Hinzu kommen sechs regionale TV-Programme mit einem täglich aktuellen Programm im Umfang von fünf bis acht Stunden, die terrestrisch und in regionalen Kabelnetzen ausgestrahlt werden, sowie als Programmzusammenschluss im Satellitenangebot „R9 - Regionales Fernsehen Österreich“ enthalten sind.

Die übrigen 43 Veranstalter produzieren Wochenmagazine mit einer Länge von etwa 20 bis 90 Minuten, die in Dauerschleifen und ausschließlich in regionalen oder lokalen Kabelnetzen ausgestrahlt und wöchentlich einmal aktualisiert werden.

AUDIOVISUELLE ABRUF-MEDIENDIENSTE UND WEBTV- (STREAMING) ANBIETER
Die Zahl der Anbieter von Mediendiensten auf Abruf über das Internet hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verringert und beträgt laut Verzeichnis der Kommunikationsbehörde Austria 106 Anbieter zum Stand September 2017 (2015: 112, 2014: 118). Diese 106 Anbieter haben 187 Mediendienste (2015: 151, 2014: 163) auf Abruf angezeigt. Grob eingeteilt handelt es sich dabei vorwiegend um Mediatheken bundesweiter, regionaler und lokaler TV-Veranstalter, Videoangebote auf Websites von Zeitungs- und Magazinverlagen, Videoangebote auf Marketing-Websites mit touristischem Inhalt, aber auch um Videoangebote von Länder-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie vereinzelt Medienanbieter, die ihre Produktionen exklusiv über das Internet anbieten.

18 weitere Anbieter (2015: 19, 2014: 20) werden als Internet-Fernsehveranstalter gelistet, da sie Inhalte nicht (oder nicht nur) zeitunabängig auf Abruf, sondern als Live-Stream im Internet anbieten. Auch hier ist die Bandbreite der Veranstalter groß und reicht von Privatsendern, die ihr reguläres TV-Programm auch im Internet streamen, über den Presse- und Informationsdienst des Magistrats der Stadt Wien, der anlassbezogen Live-Streams anbietet, bis hin zur Wiener Staatsoper, wo gegen Gebühr Aufführungen live im Internet verfolgt werden können.

Die Internet-Fernsehveranstalter haben 52 Streaming-Dienste angezeigt, von denen allerdings allein 31 Programmangebote (2015 waren es 36) auf den Mobilfunkbetreiber Hutchinson 3 Austria GmbH („3“) entfallen und nur für dessen Kunden verfügbar sind.


FÖRDERUNG VON FERNSEHVERANSTALTERN DURCH DIE RTR-GMBH
Der Fonds zur Förderung des Privaten Rundfunks (Privatrundfunkfonds) sowie der Fonds zur Förderung des Nichtkommerziellen Rundfunks (Nichtkommerzieller Rundfunkfonds) wurden 2009 mit einer Novelle zum KommAustria-Gesetz (KOG) eingerichtet. Die beiden Fonds waren ursprünglich mit insgesamt 6 Mio. Euro dotiert. Bis 2013 wurden die Mittel kontinuierlich auf 18 Mio. Euro erhöht. Seither blieb dieser Betrag unverändert.

Aus dem Nichtkommerziellen Rundfunkfonds wurden im Rahmen des 1. Antragstermins (neben 77 Anträge von Hörfunkveranstaltern) vier Anträge von Ausbildungsinitiativen und 24 von TV-Veranstaltern gestellt. In Summe wurden 2.811.900 Euro vergeben. 33,09% (930.510 Euro) der Fördermittel gingen an den TV-, 64% (1.799.635 Euro) an den Radiobereich und 2,91% (81.755 Euro) an Ausbildungseinrichtungen.

Beim 2. Antragstermin wurden sechs Anträge aus dem TV-Bereich gestellt. Aus den noch zur Verfügung stehenden Restmittel in der Höhe von 99.838 Euro entfielen 27,87% (27.823 Euro) auf zwei geförderte TV-Stationen.

Aus dem Fonds zur Förderung des Privaten Rundfunks wurden beim 1. Antragstermin 162 Anträge im Bereich Fernsehen gestellt, von den zugesagten Fördermitteln gingen 8.904.912 Euro (67,66%) an Fernsehveranstalter. Im Rahmen des 2. Antragstermins wurden 74 Anträge aus dem TV-Bereich gestellt, es wurden Zusagen von 1.541.477 Euro (55,67% der vergebenen Beträge) an Fernsehveranstalter vergeben.


Quelle: Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH), Eigenrecherche