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  • Physische Bild- und Tonträger erreichen 2016 in Österreich mit 9,1 Mio. Stück einen Umsatz von 119,4 Mio. Euro, dies bedeutet erneut einen deutlichen Rückgang (minus 29% bei den Stückzahlen und minus 28% beim Umsatz gegenüber dem Jahr zuvor.
  • Die beliebtesten Genres der Österreicher*innen sind Action, Unterhaltung und Komödie. Die unterschiedlichen Rankings bei Blu-Ray und DVD haben sich aufgeweicht, die Genrepräferenzen gleichen sich zunehmend an. Bei der DVD zählt jedoch auch der Kinderfilm zu den beliebtesten Genres, noch vor dem Action-Film.
  • Deutschland erzielt beim Verkauf und Verleih filmischer Inhalte einen leichten Rückgang (minus 3%). Die digitalen Zuwächse und hier insbesondere SVoD (Subscription Video on Demand) können zum zweiten Mal in Folge die Verluste bei physischen Datenträgern weitgehend ausgleichen.
  • In den USA erreichen die Umsätze aus den elektronischen Vertriebsformen erstmals mehr als 10 Mrd. USD, vor allem SVoD wuchs um 23% und ist bereits für 6,23 Mrd. USD Umsatz verantwortlich.

Die Bewegtbild-Angebote befinden sich nach wie vor in rasanter Entwicklung. Es ist immer noch weitgehend offen, welche Vertriebskanäle sich durchsetzen, welche Vertriebsformen verschwinden und welche eine Nischenaufgabe übernehmen werden. Vor allem aber sind die Auswirkungen dieser Entwicklungen der technischen Vertriebsformen auf die Produktion noch nicht absehbar. Die digitalen Technologien sind in ihren Auswirkungen auf die Produktion und den Vertrieb von Filmen kaum weniger relevant als der Siegeszug des Fernsehens in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.

Eindeutig erkennbar ist der Untergang der Videotheken. Nach langen Jahren des hinhaltenden Widerstandes hat die digitale Verbreitung aber nun auch mehr als deutliche Auswirkungen auf den Verkauf von DVD und Blu-Ray. Vergleichsweise gut hält sich (zumindest auf den ersten Blick) das lineare Fernsehen, vor allem was die Erlöse aus Werbeeinschaltungen anlangt. Darüber spielen in diesem Zusammenhang auch Spiele bzw. die dafür genutzte Hardware eine nicht unwesentliche Rolle. In den angelsächsischen Ländern wird der Markt daher auch umfassend als Home Entertainment betrachtet, der alle Spielarten der elektronischen Unterhaltung umfasst.

Ob und wie die traditionelle Form der Nutzung eines Films im Kino und die Nutzung im linearen TV betroffen sein werden, muss sich erst zeigen. Vor allem zeigen wird sich, ob die Entwicklung entlang einzelner Altersgruppen vergleichsweise harmonisch verläuft oder ob mit disruptiven Phänomenen gerechnet werden muss.

Das klassische Modell der Vertriebskaskade über das Kino zu DVD, Video on Demand und dann Pay-TV bis letztlich Free-TV wird zunehmend durchbrochen. Nicht zuletzt das große Interesse an TV-Serien hat hier zu einem Umbruch geführt. Streamingdienste wie Netflix (das seit September 2014 auch in Österreich und Deutschland angeboten wird), Hulu oder Maxdome bieten Serienfolgen bereits vor der Ausstrahlung im Fernsehen an, monatliche Gebühren oder Pay-per-view Modelle erlauben individualisierten Konsum.

Das Angebot an Vertriebskanälen für Konsument*innen wird immer breiter, Seher*innen können zwischen einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen, um die gewünschten Inhalte zur Verfügung zu haben. Neben dem Kauf einer DVD oder Blu-Ray - auch mittels elektronischer Bestellung oder im Abo - und dem Verleih in einer Videothek, sind es vor allem die elektronischen Vertriebsformen, die zur Dynamik des Marktes beitragen. Video on Demand als Streaming oder Download, für eine einmalige oder mehrmalige Nutzung (DTO: Download to Own), mit oder ohne Möglichkeit der Speicherung oder sogar der Übertragung der Inhalte auf einen Datenträger (DTB: Download to Burn), als Einzelkauf (TVoD: Transactional Video on Demand oder Pay-per-view) oder im Rahmen eines Abonnements (SVoD: Subscription Video on Demand).

Die Marktentwicklung in den USA hat auch 2016 ein kleines Wachstum von 1,4% erzielt und liegt nach 18,074 Mrd. USD im Jahr 2016 bei 18,3 Mrd. USD. Der Verkauf von physischen Bildträgern ist von 6,070 Mrd. USD zuletzt um rund 9,6% auf 5,491 Mrd. USD zurückgegangen. So wie in den meisten Märkten ist auch in den USA ein weiterer Rückgang der Erlöse aus dem Verleih zu konstatieren. Der Umsatz mit dem Verleih (ohne VoD) ging um 17,8% zurück und liegt 2016 bei 2,47 Mrd. USD. Da aber der Umsatz mit Video on Demand von knapp unter 2 Mrd. USD auf 2,077 Mrd. USD (plus 5,5%) stieg, beträgt unter Berücksichtigung des elektronischen Verleihs der Umsatzrückgang aller Leihformen 8,6%.

Die Gesamtbilanz wird neuerlich nur durch beeindruckende Anstiege der elektronischen Vertriebsformen getragen, die im Jahr 2016 um 15,2% auf 10,3 Mrd. USD zugenommen und damit einen historischen Höchstwert erreicht haben. Der elektronische Verkauf von Filmen (auch als EST: Electronic Sell Through bezeichnet) wuchs um 5,4% und erzielte 2016 damit einen Umsatz von bereits knapp mehr als 2 Mrd. USD (2,010 Mrd. USD).

Die höchsten Umsätze innerhalb der digitalen Vertriebsformen erzielen nach einer wiederholt sehr deutlichen Steigerung von 22,6% auf nun 6,2 Mrd. USD die Streamingdienste im Abonnement (SVoD). Demgegenüber konnten VoD-Dienste, die jeweils pro Film abrechnen, nur leichte Zuwächse von 5,5% erreichen. Damit liegen die Umsätze nach zuletzt leichten Rückgängen nun wieder auf dem Niveau von 2014. (DEG’s Year-End 2016 Home Entertainment Report)

Auch in Großbritannien war 2016 neuerlich ein erheblicher Zuwachs von digital verkauften Inhalten zu beobachten. Damit konnten (so wie in den USA) die Verluste aus dem Rückgang der physischen Datenträger kompensiert werden, der Gesamtumsatz stieg um 1,3%. In Summe werden damit im Vereinigten Königreich nach den 2,20 Mrd. Pfund aus dem Jahr 2015 2,23 Mrd. Pfund im Jahr 2016 mit Videoinhalten erlöst.

Während der Umsatz mit physischen Bildträgern von 743 Mio. Pfund auf 605 Mio. Pfund noch stärker als zuletzt schrumpfte (minus 19%), konnten digitale Vertriebsformen von 1.461 Mio. Pfund auf 1.647 Mio. Pfund steigen und damit um 13% zulegen. Der Anteil der digitalen Vertriebsformen liegt damit schon bei 73,1%, nach zuletzt 48,6% im Jahr 2015. Wie auch in den USA sind dafür vor allem Abonnementdienste wie Netflix, Amazon Prime oder Sky's Now verantwortlich, dass die Umsätze 1 Mrd. Pfund (1.149 Mio. Pfund) überschritten haben.

In Deutschland sind die Ausgaben für den Verkauf und Verleih filmischer Inhalte leicht gesunken, von 1,836 Mrd. Euro im Jahr 2015 auf 1,772 Mrd. Euro im Jahr 2016. Die Erlöse aus Verkäufen nehmen dabei genauso ab wie jene aus dem Verleih. Das absolute Niveau bleibt aber sehr hoch, vor allem weil SVoD deutlich wächst, der Umsatz stieg in diesem Bereich von 228 Mio. Euro im Jahr 2015 auf 326 Mio. Euro im 2016 und übertrifft damit das Niveau der Leihvideos (222 Mio. Euro) bereits um mehr 100 Mio. Euro.

In Summe erzielt der digitale Markt erneut 31% des Gesamtumsatzes. Die Anteile an Nutzer*innen von TVoD und SVoD betragen 2016 jeweils 7%, was rund 5 Millionen Konsument*innen entspricht. Im Jahresabstand aber wächst das Segment der Nutzer*innen von TVoD auf 8% (5,7 Millionen Nutzer*innen) und das von SVoD sogar auf 11%, das entspricht 7,6 Millionen Menschen.
(Der Videomarkt im Jahr 2016, GfK im Auftrag der Filmförderungsanstalt)