nach oben| Einrichtungen der Filmförderung und Filmfinanzierung
In Österreich sind 19 filmfördernde Institutionen tätig, fünf Einrichtungen auf nationaler Ebene und 14 in den Bundesländern.

Nationale Ebene
Die Filmabteilung im Bundeskanzleramt (Abteilung II/3 Film)¹ fördert innovative Projekte im Bereich des Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilms und nimmt sich der gezielten Förderung talentierter (an Alter und Erfahrung) junger FilmemacherInnen an. In den Zuständigkeitsbereich der Filmabteilung fällt aber auch das filmkulturelle Erbe und die Unterstützung von Filminstitutionen und -vereinen.

Das Österreichische Filminstitut als öffentlich-rechtliche Institution vergibt Förderungen auf Basis wirtschaftlicher und kultureller Kriterien. Gefördert werden die Stoffentwicklung, Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung programmfüllender österreichischer Kinofilme und Koproduktionen mit einer Laufzeit von zumindest 70 Minuten. Für Kinderfilme gilt eine Mindestlaufzeit von 59 Minuten, für Nachwuchsfilme von 45 Minuten. Das Filminstitut fördert dabei sowohl nach dem Auswahl- als auch dem Erfolgsprinzip (Referenzfilmförderung). Darüber hinaus werden auch Maßnahmen und Institutionen unterstützt, die die internationale Orientierung des österreichischen Filmschaffens und die Verbreitung und marktgerechte Auswertung des österreichischen Films im Inland und seine wirtschaftliche und kulturelle Ausstrahlung im Ausland verbessern.

Das Förderprogramm Filmstandort Austria unterstützt seit 2010 nationale Produktionen, Koproduktionen und Kofinanzierungen im Rahmen der Herstellung. Die überarbeitete Richtlinie wurde 2014 unter anderem für internationale Produktionen (Serviceproduktionen) adaptiert und durch die Europäischen Kommission notifiziert.
2014 trat das Filmstandortgesetz in Kraft, durch welches das Filmförderungsprogramm „FISA - Filmstandort Österreich“ gesetzlich verankert wurde, um der Filmwirtschaft eine langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten.

Auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem Österreichischen Filminstitut und dem Österreichischen Rundfunk stellt der ORF mit dem Film/Fernseh-Abkommen jährlich Mittel für die Herstellung von Kinofilmen, inklusive Innovations- und Nachwuchsprojekten, bereit. Für seine Mitfinanzierung erhält der ORF Senderechte und ist an den Einspielergebnissen der Filme beteiligt. 2014 wurde mit der Novellierung des ORF Gesetzes die finanzielle Absicherung des Film/Fernseh-Abkommens beschlossen.

Fernsehproduktionen werden seit 2004 durch den FERNSEHFONDS AUSTRIA gefördert. Die Förderung soll zur Steigerung der Qualität der Fernsehproduktionen und der Leistungsfähigkeit der österreichischen Filmwirtschaft beitragen, als auch den Medienstandort stärken. Der Fonds untersteht der Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH.

¹ bis März 2014 Filmabteilung im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Regionale Ebene
In jedem der neun Bundesländer werden Filmförderungen über die Kulturabteilungen abgewickelt. In Oberösterreich und Salzburg vergeben auch die Wirtschaftsabteilungen Förderungen, vorwiegend für die Herstellung von Kino- und Fernsehfilmen. Die Bundesländer Steiermark, Tirol und Wien verfügen über spezialisierte Fördereinrichtungen: Den Filmfonds Wien, die größte regionale Förderstelle Österreichs, die Cine Tirol Film Commission, die eine Anreizfinanzierung von Produktionen nach wirtschaftlichen Kriterien anbietet und die Cinestyria Filmcommission & Fonds.
Schwerpunkt der regionalen Filmförderungen ist die Herstellungsförderung. Ziel ist es, die Medienstandorte der Länder zu stärken, womit die Filmförderung auch einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt.

2014 wurde die Vorarlberger Filmförderung neu entwickelt und umgesetzt. Es wurde erstmals ein zweckgebundener „Filmfördertopf“ in der Höhe von 250.000 Euro eingerichtet. Damit sollen Filme gefördert werden, die Vorarlberg als Kultur-, Wirtschafts- und Tourismusstandort thematisieren. Da das Fördermodell Filmschaffende verpflichtet, im Zusammenhang mit der Filmerstellung regionale Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, fließt mindestens die Hälfte des Förderbeitrages in die regionale Filmwirtschaft. Die Kunstkommission Film wurde zur Entscheidungsfindung erweitert. Die Abwicklung der Förderungen erfolgt über die Kulturabteilung.

Nicht Gegenstand des Berichts sind Sondermittel, die unterschiedliche Abteilungen in den Bundesländern für Produktionen bereitstellen können (meist für Filme mit hohen wirtschaftlichen und touristischen Effekten) und Förderungen auf lokaler/kommunaler Ebene wie beispielsweise in den Städten Graz, Klagenfurt, Linz und Salzburg.


INSTITUTIONEN UND VERWENDETE ABKÜRZUNGEN
BKA, Filmabteilung: Filmabteilung im Bundeskanzleramt (Abteilung II/3 Film)
Filminstitut: Österreichisches Filminstitut
Filmstandort: Filmstandort Austria
Film/Fernseh-Abkommen: Österreichischer Rundfunk, Film/Fernseh-Abkommen
Fernsehfonds: FERNSEHFONDS AUSTRIA
Burgenland K: Burgenland, Abteilung 7 - Kultur, Wissenschaft und Archiv
Kärnten K: Kärnten, Abteilung 6 (Kompetenzzentrum Bildung, Generationen und Kultur, Unterabteilung Kunst und Kultur)
Niederösterreich K: Niederösterreich, Abteilung Kunst und Kultur
Oberösterreich: Oberösterreich, Abteilung Wirtschaft
Oberösterreich K: Oberösterreich, Direktion Kultur, Institut für Kunst und Volkskultur
Salzburg: Abteilung 1 - Wirtschaft, Forschung und Tourismus
Salzburg K: Referat 12/01, Kunstförderung, Kulturbetriebe und Kulturrecht
Steiermark, Cinestyria: Cinestyria Filmcommission & Fonds
Steiermark K: CINE ART
Tirol, Cine Tirol: Cine Tirol Film Commission
Tirol K: Tirol, Abteilung Kultur
Vorarlberg K: Vorarlberg, Abteilung Kultur
Wien: Filmfonds Wien
Wien K: Wien, Magistratsabteilung 7 - Kultur

Detaillierte Informationen zu den österreichischen Einrichtungen der Filmförderung finden Sie unter: http://www.filminstitut.at/de/studien/