nach oben| Kinobesuche
Der Filmwirtschaftsbericht nutzt auch in der vorliegenden Ausgabe als Grundlage wieder die durch Rentrak einheitlich erfassten Besuchsergebnisse. Rentrak ist die unabhängige und international tätige Quelle bei der Erfassung und Aufbereitung lokaler und globaler Filmergebnisse. Rund 80% des weltweiten Box Office können derzeit auf wöchentlicher Basis durch Rentrak abgebildet werden. Für Österreich werden die Besuchs- und Umsatzergebnisse seit 1998 auf der Basis der Verleihmeldungen systematisch erfasst. Diese Systematik hat sich bei der Nutzung für den Filmwirtschaftsbericht als sinnvoll erwiesen. Neben der Analyse der reinen Einspielergebnisse, werden auch die umfangreichen Metadaten und Filminformationen zu den einzelnen Titeln als zusätzliche Quelle für den Filmwirtschaftsbericht genutzt.

Insbesondere bei einer längeren Auswertungsdauer kann es zwischen den von Rentrak erfassten Daten und dem tatsächlichen Gesamtergebnis des lokalen Verleihs zu geringfügigen Differenzen kommen. Befindet sich ein Film nach seiner Erstauswertung in einer wirtschaftlich nicht mehr relevanten Auswertungsphase, erfasst der Verleih selbst die detaillierten wöchentlichen Umsatz- und Besuchsmeldungen nicht mehr systematisch und übermittelt diese dann auch nicht weiter an Rentrak. Dennoch werden in regelmäßigen Abständen die Gesamtergebnisse zwischen Verleih und Rentrak abgeglichen um einen hohen Grad an Aktualität und Datenqualität zu garantieren. Der Abdeckungsgrad bei den Besuchen bei Rentrak beträgt aktuell 98% gegenüber der AKM.

Die AKM (Verwertungsgesellschaft der Autoren, Komponisten, Musikverleger) stellt die Gesamtanzahl der Kinobesuche in Österreich fest. Diese Daten werden vom Fachverband der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe für den Filmwirtschaftsbericht zur Verfügung gestellt. Durch unterschiedliche Erfassungsmethoden liegen die Werte für Kinobesuche bei der AKM teilweise über den Werten von Rentrak. Während Rentrak die Meldungen der Verleihfirmen erfasst, berücksichtigt die AKM auch die Daten von Kurzfilmen, Open Air-Aufführungen und Nachspielkinos (Aufführungen nach der regulären Erstauswertung).

Aus Gründen der internationalen Vergleichbarkeit und der Datentiefe werden bei den Angaben zu Kinobesuchen, gezeigten Filmen, etc., die Zahlen von Rentrak verwendet. Für detaillierte Informationen zur Kinoinfrastruktur, differenziert nach einzelnen Bundesländern, werden hingegen die Angaben der AKM verwendet.

Von 2009 bis 2011 sind die Kinobesuche kontinuierlich gesunken: Von 18,1 Millionen auf 15,8 Millionen im Jahr 2011. Im Jahr 2012 wird mit einem Anstieg der Kinobesuche um 4% die Abwärtsbewegung aufgehalten. Mit 16,4 Millionen Besuchen wird ein Box Office von knapp 131,9 Mio. Euro erzielt. Durch die Erhöhungen der Ticketpreise steigt der Umsatz an den Kinokassen überproportional und kann - nominell - das Ergebnis des Jahres 2009 übertreffen.

Das Publikum kann aus einem immer größeren Filmangebot wählen. Waren es im Jahr 2009 noch 339 Filme, die zur Auswahl standen, sind es 2012 bereits 413 Filme, die gezeigt werden – mehr als ein Film pro Tag.

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*/ erstaufgeführte Filme, Wiederaufführungen, Filme mit Kinostart in den Vorjahren, die noch in Auswertung sind
Stand: Juli 2013
Quelle: Rentrak
 
nach oben| Filmverleih
Insgesamt bringen 29 Verleihfirmen diese hohe Anzahl an Filmen ins Kino. Wie auch schon in den Jahren zuvor sind es die Majors (bis auf Constantin alle österreichische Unternehmen mit US-amerikanischen EigentümerInnen), die den Großteil (14 Millionen) aller Besuche verzeichnen. Diese 85,4% der Besuche realisierten die Marktführer mit einem Filmanteil von knapp 38% (156 von 413).

Sechs weitere Verleihfirmen erreichen jeweils Marktanteile zwischen 1% und 3,5%, aber nur 11% am Gesamtmarktanteil. Die überwiegende Anzahl der VerleiherInnen (16) bleibt mit ihren Filmen unter der Marke von einem Prozent Marktanteil. Die Schere zwischen der Anzahl der aufgeführten Filme und der erreichten Besuche in der Unterscheidung der Majors von den übrigen VerleiherInnen bleibt konstant hoch. Mit weniger als 4% am Gesamtmarktanteil vertreiben diese 16 „weiteren VerleiherInnen“ 121 Filme.
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*/ 30.12.2011-03.01.2013
Stand: Juli 2013
Quelle: Rentrak
 
nach oben| Top 50
Die Top 50 der in den österreichischen Kinos gespielten Filme zeigen die Dominanz der US-Filme, nicht weniger als 46 der Top 50 Filme stammen aus den USA oder sind mit US-Beteiligung produziert. Auch die Beliebtheit der „Sequels“ setzt sich fort, so war der erfolgreichste Film des Jahres der vierte Teil der Computeranimation „Ice Age“. Teil 3 des Trickfilms „Madagascar“ liegt auf Platz sechs und auf Rang sieben folgt mit „Twilight Saga: Breaking Dawn (Bis(s) zum Ende der Nacht)“ ebenfalls ein Sequel. Die international sehr erfolgreiche französische Komödie „Ziemlich beste Freunde“ findet auch in Österreich ihr Publikum und landet mit 725.000 Besuchen auf Platz drei der Top 50. In der europäischen Besuchsstatistik liegt der Film auf Platz 2. Deutschland, das im Jahr 2011 mit „Kokowääh“ als bestplatziertem europäischen Film auf Platz 8 der österreichischen Hitliste lag, ist 2012 mit „Türkisch für Anfänger“ auf Platz 12 der zweit erfolgreichste europäische Film in Österreich und bringt mit der Koproduktion „Resident Evil 5: Retribution“ eine weitere Produktion unter die Top 50. 2012 schafft es kein österreichischer Film in die Top 50.
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*/ 30.12.2011-03.01.2013
WA: Wiederaufführung
Stand: Juli 2013
Quelle: Rentrak
 
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Quelle: Rentrak
 
nach oben| Besuchsschwellen
Der zunehmend schwierige Wettbewerb am Kinomarkt ist nicht zuletzt an der immer kleiner werdenden Zahl, der an den Kassen besonders erfolgreichen Filme zu erkennen. Waren es 2010 noch 50 Filme, die mehr als 100.000 Besuche erzielen konnten, sind es 2012 nur mehr 44 Filme, genauso viele wie im Jahr davor. Nach 36 US-Produktionen mit mehr als 100.000 verkauften Kinokarten in Österreich im Jahr 2011 sind es 2012 sogar 39 US-Filme. Angesichts der gestiegenen Zahl an Filmen in den österreichischen Kinos ist dieser Erfolg von US-Produktionen umso beeindruckender. Wie in den letzten Jahren sind zwar US-amerikanische Filme unter den erfolgreichsten Produktionen des Jahres dominierend, was aber wieder keineswegs heißt, dass die ohnehin schon sehr gezielte Auswahl der US-Filme automatisch auch in Österreich erfolgreich ist. 35 US-Produktionen konnten keine 10.000 Besuche realisieren und in Summe sind es 60 der angebotenen 135 Filme aus den USA, die weniger als 30.000 Besuche erreichen. Diesen 60 US-Filmen stehen 240 Filme anderer Herkunftsländer gegenüber, die die Schwelle von 30.000 Besuchen nicht überschreiten. Das wachsende Angebot im Kino führt dazu, dass die Anzahl der an den Kassen kaum überzeugenden Produktionen von Jahr zu Jahr steigt. 2012 sind es fast 60% aller angebotenen Filme, die weniger als 10.000 Besuche verzeichnen können.
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*/ 2012 im Kino
Quelle: Rentrak
 
nach oben| Verteilung der Besuche und Kopien
Die Anzahl der Kopien bzw. die Anzahl der Säle in denen ein bestimmter Film zu einem bestimmten Zeitpunkt gezeigt wird, also die Strategie der Verleihfirmen bzw. KinobetreiberInnen, ist spannend zu verfolgen. Im Jahr 2012 sind es die erfolgreichen österreichischen Produktionen, die auf den „long tail“, also die lange Präsenz im Kino, setzen. Besonders eindrucksvoll fällt das bei Michael Hanekes "Liebe" aus. Nach einer Steigerung der Säle unmittelbar nach Filmstart sind es drei weitere Gipfel, die die Anzahl der Säle erreichen. Jeweils korrespondierend zu einer Auszeichnung wird die Präsenz im Kino forciert. In diesem Fall zieht auch das Publikum mit und die Besuchszahlen steigen jedes Mal erneut an, um in der 24(!) Woche den höchsten Wert zu erreichen. Diese Vorgangsweise funktioniert bei "Die Wand" von Julian Roman Pölsler nicht so deutlich: Die Anhebung des Saalangebots nach zehn Wochen bringt nur sehr bedingt eine Steigerung der Besuchszahlen.

Für den erfolgreichsten Film des Jahres, „Ice Age 4 - Voll verschoben“, wird hingegen eine andere Strategie verfolgt. Die maximale Kopien-/Saalanzahl wird ab dem ersten Wochenende erreicht und dann über 13 Wochen konstant gehalten, obwohl die Besuchszahlen in der ersten Woche vergleichsweise gering sind und ab der dritten Woche gegenüber den extremen Werten der Wochen zwei und drei (mit mehr als jeweils 250.000 Besuchen) deutlich zurückgehen. Bei maximal 25.000 Besuchen pro Woche werden die angebotenen mehr als 90 Säle aufrechterhalten. Ähnlich agiert auch „Türkisch für Anfänger“, mit mehr als 220.000 Besuchen der erfolgreichste Film des Jahres aus Deutschland. Ungeachtet der Besuchsentwicklung wird die Anzahl der Säle, in denen der Film angeboten wird, über sechs Wochen nahezu konstant gehalten.


nach oben| Besuchsverteilung "Ice Age 4 - Voll verschoben"
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Quelle: Rentrak
 
nach oben| Kopienverteilung "Ice Age 4 - Voll verschoben"
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Quelle: Rentrak
 
nach oben| Besuchsverteilung "Die Wand"
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Quelle: Rentrak
 
nach oben| Kopienverteilung "Die Wand"
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Quelle: Rentrak
 
nach oben| Besuchsverteilung "Türkisch für Anfänger"
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Quelle: Rentrak
 
nach oben| Kopienverteilung "Türkisch für Anfänger"
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Quelle: Rentrak
 
nach oben| Besuchsverteilung "Liebe"
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Quelle: Rentrak
 
nach oben| Kopienverteilung "Liebe"
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Quelle: Rentrak