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Zum Stand von Gender Mainstreaming in ausgewählten österreichischen Förderstellen
  • Das Gleichbehandlungsgebot besagt, dass grundsätzlich niemand aufgrund von Geschlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, sexueller Orientierung oder Behinderung benachteiligt werden darf. Dieses Gesetz reicht bis ins Jahr 1979 zurück und regelte ursprünglich nur die Gleichbehandlung von Frauen und Männern im Arbeitsleben. Seit 2008 umfasst das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts auch einige Bereiche außerhalb der Arbeitswelt. 2011 wurden schwerpunktmäßig Maßnahmen zur Verbesserung der Einkommenstransparenz zwischen Frauen und Männern aufgenommen.

Sprachliche Gleichbehandlung
Die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache, damit die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern ist eine wichtige Grundlage zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in allen gesellschaftlichen Bereichen. Von den nationalen Förderstellen, dem Film/Fernseh-Abkommen und den beiden Förderstellen der Bundeshauptstadt Wien haben zwei Drittel die geschlechtergerechte Formulierung in ihren Publikationen umgesetzt.

Gremienbesetzung
Die Förderentscheidungen der Filmabteilung im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur werden von der Bundesministerin auf Empfehlung des Filmbeirats getroffen. Unter Berücksichtigung aller Beiräte und Jurys (Beirat Innovativer Film, Jury für START-Stipendien, für Neue Filmformate, für Outstanding Artist Award und für den Kunstpreis Film) finden sich unter den 17 Mitgliedern zehn Frauen.

Im Österreichischen Filminstitut sind beide Auswahlgremien (Projektkommission und der Stoffbeirat, der die Empfehlungen für Drehbucheinreichungen abgibt) paritätisch besetzt, beim Aufsichtsrat liegt der Frauenanteil bei 24%.

Der fünfköpfige Fachbeirat des FERNSEHFONDS AUSTRIA besteht aus zwei Frauen und drei Männern.

Die Vergabe der Förderung durch den Filmstandort Austria erfolgt nicht durch ein Gremium, sondern nach Einlangen der vollständigen Förderansuchen und Erfüllung inhaltlicher und wirtschaftlicher Förderanforderungen. Die Entscheidungen trifft der Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend auf Grundlage der Ergebnisse aus dem Eigenschaftstest und einer Prüfung durch das Austria Wirtschaftsservice nach verfügbaren Budgetmitteln.

Zur Durchführung des Film/Fernseh-Abkommens ist eine gemeinsame Kommission bestellt, der sechs Mitglieder angehören. Von diesen werden je drei Mitglieder vom Filminstitut sowie drei Mitglieder vom ORF benannt. Die Mitglieder des ORF sind zwei Frauen und ein Mann, die vom Filminstitut an den Sitzungen teilnehmenden Mitglieder werden für die jeweilige Sitzung ernannt.

An der Spitze des Filmfonds Wien steht seit November 2011 erstmals in der Geschichte der Wiener Filmförderung eine Frau. Die Gremien sind annähernd geschlechterparitätisch besetzt: Beim Kuratorium, dem Aufsichtsorgan, liegt der Frauenanteil bei 43%, bei der Hauptjury bei 50%, und bei der Ersatzjury und dem Kinobeirat bei 75% bzw. 66%.


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