nach oben| Festivals + Preise
Es sind aber nicht nur die Erfolge österreichischer Produktionen bei den internationalen Festivals, die im Filmwirtschaftsbericht Beachtung finden. Im Sinne einer gesamthaften Betrachtung der Sichtbarkeit österreichischer Filme werden auch die Ergebnisse der Festivals innerhalb Österreichs detailliert dargestellt. In Anbetracht einer veränderten Verwertungslandschaft sind Festivals heute der einzige Ort, an dem Filme von einer breiten Öffentlichkeit gesehen und diskutiert werden. In Zeiten, in denen in den Kinos nur mehr ein kleiner Teil der GesamtzuseherInnen erreicht werden, die TV Landschaft fragmentiert ist und der Verkauf physischer Bild- und Tonträger abnimmt, sind Festivals auch eine wichtige Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Das Filminstitut entspricht damit auch einer Entschließung des Nationalrats vom 31. Jänner 2013, „der großen Bedeutung von Filmfestivals in Österreich Rechnung zu tragen und die Aktivitäten von Filmfestivals inklusive der Anzahl der präsentierten Filme und BesucherInnenzahlen in Kunst-, Förder- und Filmwirtschafsberichten extra auszuweisen.“

Forum österreichischer Filmfestivals
Im Forum österreichischer Filmfestivals haben sich 21 unabhängige Filmfestivals aus ganz Österreich zusammengeschlossen. Das Forum ist seit Mitte 2012 aktiv und hat sich 2013 offiziell als Verband konstituiert, dessen Aufgabe es u.a. ist, die Sichtbarkeit und öffentliche Wahrnehmung der Festivals, die Kooperation untereinander sowie die finanziellen Rahmenbedingungen zu verbessern. Die Kriterien für die ordentliche Mitgliedschaft im Forum österreichischer Filmfestivals sind u.a. die Dauer des Festivals (mindestens vier Mal stattgefunden), die Anzahl der Spieltage (mindestens vier Spieltage, muss periodisch stattfinden), sowie die kuratorische Handschrift und Raum für fachspezifischen, filmkulturellen Austausch. Die Festivals müssen zudem eine gemeinnützige Organisationsform und eine selbstbestimmte Gebarung aufweisen.

Diese 21 Festivals zeigen an 174 Tagen im Jahr 1.860 Filme, die größtenteils sonst nicht in Österreich zu sehen wären. Dieses Angebot wird jährlich in 30 Kinos sowie weiteren Spielstätten von mehr als 230.000 BesucherInnen und rund 800 internationalen Film- und Fachgästen wahrgenommen. Die Filmfestivals ermöglichen damit eine unmittelbare und anspruchsvolle Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen des Kinos.

13 dieser 21 Festivals finden in Wien statt, drei in Oberösterreich und je eines in den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich, Tirol, Steiermark und Vorarlberg. Viele Filmfestivals setzen Schwerpunkte nach inhaltlicher Thematik oder Genre, vier Festivals sind ausschließlich dem Kurzfilm gewidmet, die „FrauenFilmTage“ und „Tricky Women“ beschäftigen sich mit dem weiblichen Filmschaffen und vier Festivals zeigen Filme junger FilmemacherInnen bzw. der jungen Generation von FilmemacherInnen. Mit der „Diagonale“ hat Österreich ein Festival für den heimischen Film und mit der „Viennale“, ein großes internationales Filmevent.

Ausgewählte österreichische Filmfestivals
Österreichs größtes und ältestes Filmfestival ist die Viennale, gegründet 1960. Die Viennale versteht sich sowohl als Publikumsfestival für eine breite, kinointeressierte Öffentlichkeit, als auch als Festival, das den Stand der internationalen Filmkultur auf ästhetischem und politischem Niveau vermittelt und zur Diskussion stellt. Im Hauptprogramm wird eine Auswahl neuer filmischer Arbeiten aus allen Ländern, zum Teil auch internationale Premieren, gezeigt. Das Festival widmet aber auch besondere Aufmerksamkeit dem dokumentarischen Kino, dem internationalen Kurzfilmschaffen sowie experimentellen Werken und Arbeiten aus dem „Crossover“ Bereich. Ein großer Teil der Filme aus dem Festivalprogramm kommen nicht in den regulären Kinospielbetrieb.
2012 fanden an 14 Tagen 345 Kinovorführungen mit 96.900 ZuseherInnen statt.

FORUM ÖSTERREICHISCHER FILMFESTIVALS
Alpinale
Crossing Europe Filmfestival Linz
Der neue Heimatfilm Freistadt
Diagonale
espressofilm
FrauenFilmTage
Int. Filmfestival Innsbruck
Internationales Kinderfilmfestival
Jüdisches Filmfestival Wien
Kino unter Sternen
/slash Filmfestival
Shortynale
this human world
Tricky Women
video&filmtage
Viennale
VIS Vienna Independent Shorts
YOUKI Int. Jugend Medien Festival
Assoziierte Filmfestivals
Ethnocineca
K3 Filmfestival
Poolinale


Seit 2004 verschreibt sich das Crossing Europe Filmfestival in Linz programmatisch dem „eigenwilligen“, zeitgenössischen und gesellschaftspolitischen AutorInnenkino aus Europa. An sechs Festivaltagen bietet Crossing Europe in rund 140 Programmplätzen herausragende, handverlesene Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Beim neunten Festival von 24. bis 29. April 2012 verzeichnete die Festivalleitung 21.000 Festivalgäste und einen neuen Besuchsrekord.

Die Diagonale - Festival des österreichischen Films versteht sich als Forum für die Präsentation und Diskussion österreichischer Filmproduktionen. Ziel und Aufgabe der Diagonale sind neben der differenzierten, vielschichtigen und kritischen Auseinandersetzung mit dem heimischen Kino auch die Verstärkung der medialen Aufmerksamkeit. 2012 fand die Diagonale bereits zum 15. Mal statt, sie verzeichnete 23.649 Besuche. Auf der Diagonale werden auch 16 österreichische Filmpreise mit einem Gesamtwert von über 100.000 Euro vergeben.

Österreichischer Filmpreis
Die im Jahr 2009 gegründete Akademie des Österreichischen Films hat sich zur Aufgabe gestellt, die Leistungen der heimischen Filmbranche zu fördern und entsprechend zu würdigen, sowie deren Anliegen zu kommunizieren und mitzutragen. Der von der Akademie geschaffene Österreichische Filmpreis wird 2012 zum zweiten Mal vergeben und in aktuell 14 Kategorien verliehen.

Romy der Tageszeitung Kurier
Der Preis wird in Publikums- und Fachkategorien vergeben. Die GewinnerInnen der personenbezogenen Publikumspreise werden von der Allgemeinheit über das Internet aus - je nach Kategorie - fünf bis sechs Nominierten ausgewählt. In den Fachkategorien werden die sogenannten Akademiepreise vergeben - eine Jury aus FachjournalistInnen schlägt in jeder Kategorie drei Nominierte vor, aus der die Akademie (alle bisherigen Romy-PreisträgerInnen) die SiegerInnen kürt. Nominiert werden können Produktionen und KünstlerInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. 2012 hat keine österreichische Kinoproduktion eine Romy erhalten, zwei Preise gingen an den TV-Film „Das Wunder von Kärnten“.