nach oben| Fernsehveranstalter
Fernsehen ist für audiovisuelle Produktionen nach wie vor die bedeutendste Plattform, was die Anzahl der erzielbaren SeherInnen für einzelne Produktionen betrifft. Die Liberalisierung der europäischen Medienlandschaft und die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre haben für die Filmwirtschaft eine völlig neue Situation gebracht, die Bedrohungen als auch Chancen beinhaltet.

Die Zahl national zu empfangender Fernsehprogramme österreichischer Herkunft nahm 2012 zu, auch wenn ein heimisches Programm vom Markt verschwunden ist. So kamen die im Herbst 2011 gestarteten ORF-Spartenprogramme „ORF III Kultur und Information“ und „ORF Sport+“, sowie das im Dezember 2011 lancierte private Programm „ATV II“ dazu.

Zur Mitte des Jahres 2012 hat dagegen das Programm „Austria 9“ die TV-Bühne verlassen. Dessen bisherige Programmplätze in Kabelnetzen und am Satelliten werden seit Juli 2012 von „Sixx Austria“ bespielt. „Sixx“ ist allerdings ein deutsches Programm der ProSiebenSat.1-Gruppe und bietet als „Sixx Austria“ unter dem Mantel des deutschen Programms österreichische Werbefenster und in geringfügigem Ausmaß österreichische Inhalte, die von dem Programmanbieter und Werbezeitenvermarkter Pro-SiebenSat.1 PULS 4 (vormals SevenOne Media Austria) vermarktet und produziert werden.

Neben den ORF-Programmen „ORF eins“, „ORF 2“, „ORF III Kultur und Information“ und „ORF Sport+“, agieren auf nationaler Ebene fünf private TV-Programme österreichischer Herkunft: „ATV“, „ATV II“, „PULS 4“, „ServusTV“ und „gotv“.

Auf regionaler Ebene ist seit Herbst 2012 mit „Schau TV“ in Wien, Niederösterreich und Burgenland ein neues Programmangebot terrestrisch verfügbar, das aber auch über Satellit verbreitet wird. Somit könnte „Schau TV“ auch als nationales Programmangebot betrachtet werden. Inhaltlich liegt der Fokus jedoch auf der Ost-Region Österreichs.

Erstmals ist seit 2012 das bisher ausschließlich über Satellit und Kabel verbreitete heimische Musik- und Jugendprogramm „gotv“ in Teilen Österreichs auch per Antenne zu empfangen. Gemeinsam mit „ATV II“ wird „gotv“ seit November 2012 in Innsbruck, Bregenz und Wien digital-terrestrisch verbreitet. Gemeinsam mit den beiden nationalen Programmen wird in den drei Ballungsräumen seither auch jeweils ein regionales TV-Angebot terrestrisch abgestrahlt: In Wien das Community-TV „OKTO“, in Vorarlberg „Ländle TV“ und in Innsbruck das Programm „Tirol TV“.

Den zahlenmäßig größten Anteil österreichischer Fernsehprogramme stellen weiterhin die regionalen oder lokalen Angebote dar, die überwiegend nur in Kabelnetzen verbreitet werden.

Zu den Kabelrundfunkveranstaltern in den Bundesländern (siehe Tabelle) kommen noch 15 Kabel-Fernsehveranstalter, die in mehreren österreichischen Kabelnetzen verbreitet werden und daher als „österreichweit“ ausgewiesen werden können. Die in einigen Bundesländern auffällig hohe Zahl an Veranstaltern ist durch eine hohe Dichte kleinräumiger Kabelnetze bedingt, in denen jeweils andere, regionale bzw. lokale Veranstalter TV-Programme verbreiten. Häufig veranstaltet der Kabelnetzbetreiber selbst ein Kabel-Fernsehprogramm.

Per Juli 2013 verfügten 22 TV-Veranstalter über Zulassungen für 33 Fernsehprogramme am Satellit. In ganz Österreich sind 29 Zulassungsinhaber für digitales terrestrisches Fernsehen per Juli 2013 zu verzeichnen. Zwei der Veranstalter verbreiten jeweils zwei TV-Programme.
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ohne ORF mit seinen TV-Programmen, die über Satellit, Kabel und Terrestrik verfügbar sind.
Stand: Juli 2013
Quelle: Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH
 
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Zur Stabilität des österreichischen Rundfunkmarktes (TV und Hörfunk) tragen auch maßgeblich die Fördermittel des Privatrundfunkfonds (PRRF) sowie des Nichtkommerziellen Rundfunkfonds (NKRF) bei.

Für den Nichtkommerziellen Rundfunkfonds standen 2012 Fördermittel in der Höhe von rund 2,5 Mio. Euro zur Verfügung. Im TV-Bereich wurden 753.696 Euro vergeben.

Im Rahmen des Privatrundfunkfonds 2012 standen insgesamt rund 12,8 Mio. Euro zur Verfügung, wobei beim 1. Antragstermin 123 Anträge im Bereich Fernsehen gestellt wurden. Von den Fördermitteln gingen 6,3 Mio. Euro an Fernsehveranstalter.

Im Rahmen des 2. Antragstermins wurden 263 Anträge gestellt. Davon kamen 102 aus dem TV-Bereich. Es wurden 1,7 Mio. Euro an Fernsehveranstalter vergeben.