nach oben| Fernsehfonds Austria und ORF
Der 2004 gegründete FERNSEHFONDS AUSTRIA hat zum Ziel, durch Förderung von Fernsehfilmproduktionen die österreichische Filmwirtschaft zu stärken. Das KommAustria-Gesetz (KOG) wurde 2010 novelliert.

Die Richtlinien des FERNSEHFONDS AUSTRIA wurden 2011 überarbeitet und sind seit 1. Jänner 2012 in Geltung. Die Vorgaben des KOG wurden umgesetzt, Vorschläge des Rechnungshofes eingearbeitet und die Erfahrungen und Veränderungen der Filmbranche in den letzten Jahren berücksichtigt. Die Ausarbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit den österreichischen Produzentenverbänden, dem Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie, den wichtigsten deutschsprachigen Fernsehveranstaltern und dem Fachbeirat. So ist gewährleistet, dass alle Bedürfnisse erfasst und berücksichtigt wurden. Die neuen Richtlinien wurden notifiziert und von der Europäischen Kommission bis 31. Dezember 2015 genehmigt.

Zu den größten Änderungen zählt, dass der Finanzierungsanteil der beteiligten Fernsehveranstalter mindestens 30% der Gesamtherstellungskosten betragen muss. Dafür können, bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen, manche Projekte nun mit bis zu 30% Fördermittel ausgestattet werden. Das betrifft jene Fernsehprojekte, die sich durch innovative Ideen auszeichnen oder die einen außergewöhnlich hohen Beschäftigungseffekt im kreativ-technischen Stab aus Österreich aufweisen.

Neu ist auch die Möglichkeit, die Verwertung der geförderten Projekte zu unterstützen. Diese zusätzliche Verwertungsförderung wurde ins Leben gerufen, um zum Beispiel die Schaffung audiodeskriptiver Fassungen und die Präsentation auf Festivals zu unterstützen (siehe dazu > Kapitel Förderungen + Finanzierungen).

Der FERNSEHFONDS AUSTRIA hat im Jahr 2012 60 Projekte mit insgesamt 15,8 Mio. Euro gefördert. Es wurden 20 Fernsehfilme, vier Serien und 36 Dokumentationen unterstützt. Bei den vier Antragsterminen wurden insgesamt 76 Projekte eingereicht. Die geplanten Gesamtherstellungskosten dieser Projekte betrugen rund 95 Mio. Euro, Ausgaben in Österreich in Höhe von rund 43,2 Mio. Euro konnten erwartet werden. Dies entspricht dem 2,7 fachen der vom FERNSEHFONDS AUSTRIA vergebenen Fördersumme.
Zusagen des FERNSEHFONDS AUSTRIA
Quelle: RTR-GmbH

In Summe wurden die geförderten Projekte zu 54% von Fernsehstationen, zu 30% von verschiedenen Förderungen, zu 13% von Produktionsfirmen über den Eigenanteil und zu 3% über Vertriebszusagen finanziert. Im Jahr 2012 konnten wieder mehr europäische und internationale Koproduktionen realisiert werden als 2011. An 32 Projekten waren deutsche Fernsehveranstalter, an zwölf Projekten europäische Fernsehveranstalter aus der Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien, Dänemark, Spanien, Finnland, Ungarn und Schweden beteiligt. Vier Projekte wurden von Fernsehveranstaltern aus Israel und Katar mitfinanziert. Zum ersten Mal war bei einem Projekt ein australischer Fernsehveranstalter beteiligt. Bei sieben der 60 geförderten Projekte war kein österreichischer Fernsehveranstalter beteiligt.
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Quelle: RTR-Gmbh