nach oben| Digitales terrestrisches Fernsehen (DVB-T)
Beim digitalen terrestrischen Fernsehen (DVB-T) werden mehrere Programme und Zusatzdienste (durch einen Multiplex-Betreiber) gebündelt und über eine gemeinsame Frequenz ausgestrahlt. Daher hat der Gesetzgeber das Regelungssystem des analogen Fernsehens, wo eine freie Frequenz jeweils einem Rundfunkveranstalter zugeordnet wurde, nicht übernommen.

Rundfunkveranstalter werden nicht mehr direkt von der Behörde ausgewählt, sondern vom Muliplex-Betreiber nach den von der Behörde vorgeschriebenen Verfahren und Kriterien. Bei Verletzung dieser Vorgaben kann die Behörde auf Antrag oder von Amts wegen einschreiten.

Die Regulierungsbehörde hat, entsprechend der Planung im so genannten Digitalisierungskonzept - Zulassungen für Mutliplex-Plattformen ausgeschrieben und diese zusammen mit den Frequenzen an den geeignetsten Bewerber vergeben. Dabei wurden dem Mutiplex-Betreiber eine Reihe von Auflagen gemacht, die vor allem auch die Programmauswahl betreffen.

Im Jahr 2005 wurden zwei Bedeckungen einer Multiplex-Plattform gemeinsam ausgeschrieben und im Februar 2005 vergeben (MUX A und MUX B). MUX A dient der flächendeckenden Versorgung des Bundesgebietes mit den bisher bundesweit terrestrisch ausgestrahlten Programmen (ORF 1, ORF 2 und ATV): Über MUX B können - regional unterschiedlich - neue Programme verbreitet werden.
Im Herbst 2007 wurde die Ausschreibung für lokale und regionale Multiplex-Plattformen (MUX C) gestartet und die ersten Zulassungen im Herbst 2008 erteilt.

Fünf Zulassungen umfassen dabei die Programmverbreitung über die MUXe A, B, D oder E, strahlen also bundesweit aus. Die Muxe D und E sind seit April 2013 in Betrieb und verbreiten TV-Programme im neuen digital-terrestrischen Übertragungsstandard DVB-T2. Eine Sonderstellung nimmt hier das Programm „Schau TV“ des Zulassungsinhabers BOHMANN Druck- und Verlag ein, das zwar über MUX B, jedoch nur in Ostösterreich verbreitet wird.

Für regionale Verbreitung über MUX C (verschiedene Gebiete in den Bundesländern) wurden 29 regionale Zulassungen erteilt.

Seit 7. Juni 2011 ist das Fernsehen in ganz Österreich vollständig digitalisiert. Insgesamt sind damit 96% des österreichischen Staatsgebietes digital über Antenne versorgt. Der MUX B, mit den Programmen ORF III, ORF Sport +, 3sat, PULS 4 und ServusTV sowie Schau TV im Raum Wien, hat eine technische Reichweite von 86%.

Insgesamt sind 323 DVB-T-Anlagen in Betrieb, davon 30 mit MUX-B.

ORF
ORF eins, ORF 2, ORF III Kultur und Information und ORF Sport + erreichen in Österreich 8,48 Millionen EinwohnerInnen (99,99% der Bevölkerung). ORF 2 erreicht in Österreich 8,48 Millionen EinwohnerInnen (99,99% der Bevölkerung) und in Europa 460 Millionen EinwohnerInnen. Mit 52% Marktanteil stellt der digitale SAT-Empfang den meistgenutzten TV-Verbreitungsweg in Österreich dar. Aus lizenzrechtlichen Gründen muss der ORF seine TV-Programme via digitalen Satelliten verschlüsselt ausstrahlen, zur Entschlüsselung ist eine ORF DIGITAL-SAT-Karte nötig.

Audiovisuelle Mediendiensteanbieter (Internet)
Die Zahl audiovisueller Mediendiensteanbieter steigt weiterhin an. Laut Verzeichnis der Kommunikationsbehörde Austria sank zwar die Zahl der Internet TV-Anbieter im Vergleich zum Vorjahr um zwei auf nun 14, jedoch sind mit Stand Juli 2013 nun 120 Abrufdienste angezeigt. Im Vorjahr waren es 80.

Teletext
In Österreichs TV-Haushalten kann nahezu von einer Vollversorgung gesprochen werden: Ende 2012 lag die Teletext-Penetration in Österreich bei 98%, damit konnte in 3,5 Millionen TV-Haushalten Teletext empfangen werden.

ORF.at
Laut Austrian Internet Monitor (AIM) vom vierten Quartal 2012 haben 87% der Bevölkerung ab 14 Jahren (6,3 Millionen) zumindest eine Möglichkeit, ins Internet zu gelangen. Damit gibt es bei der Internetpenetration schon seit ca. zwei Jahren keine nennenswerten Zuwächse mehr. Dabei sind 81% zu Hause mit einem Internet-Anschluss ausgestattet, ca. ein Drittel (34%) kann am Arbeitsplatz ins Internet einsteigen.
Quelle: ORF Jahresbericht 2012
nach oben| Reichweiten
Zum dritten Mal in Folge nach 2010 und 2011 erreichte das Fernsehen 2012 wieder mehr Menschen als im jeweils vorangegangenen Jahr. Durchschnittlich 4,57 Millionen ÖsterreicherInnen im Alter ab zwölf Jahren sahen 2012 täglich mindestens eine Minute Fernseheinhalte (das entspricht der Definition der Tagesreichweite). Das waren 35.000 Menschen mehr als im Jahr 2011. Damit erhöhte sich die Tagesreichweite des Fernsehens insgesamt um einen halben Prozentpunkt auf 64%. Von 2005 bis 2009 war die Tagesreichweite des Fernsehens abnehmend verlaufen. Vom Spitzenwert des Jahres 2002 mit 70,2% ist die Tagesreichweite des Fernsehens allerdings noch immer weit entfernt.
nach oben| Tagesreichweiten 2011 und 2012 Lade Tabelle
Personen ab 12 Jahre, Gesamt-Österreich; ORF gesamt 2012 erstmalig inkl. "ORF III" und "ORF SPORT +", keine Daten 2011 für "ORF III", "ORF SPORT +" und "ATV II"
Quelle: TELETEST