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Die ökonomische Bedeutung der DVD bei der Verwertung von Filmen hat in den vergangenen Jahren in Europa und den USA deutlich unterschiedliche Entwicklungen genommen. Wie auch 2009 stiegen in Deutschland die Umsätze sowohl nach Stückzahlen als auch nach Erlös leicht an. Laut Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) wurden im Jahr 2010 in Summe in Deutschland 118,4 Millionen Filme (nach 113,8 Millionen im Jahr 2009) verkauft. Den Rückgängen im Bereich der DVD stehen deutliche Wachstumsraten bei der Blue Ray von plus 94% (2010 wurden zwölf Millionen Stück verkauft) gegenüber. Die höheren Preise für Blue Ray sind auch dafür verantwortlich, dass die sinkenden Preise für DVDs kompensiert werden konnten. Die Gesamtumsätze stiegen damit um 2% auf 1,406 Mrd. Euro.

In den USA setzte sich der negative Trend des Jahres 2009 auch 2010 fort. SNL Kagan stellt für das Jahr 2010 einen Gesamtumsatz für den Videomarkt von 11,81 Mrd. USD fest. Das entspricht einem Rückgang von minus 10,8%. Erstaunlich ist dabei, dass die DVD-Umsätze seit 2009 hinter den Box-Office Einnahmen zurückliegen und selbst bei Einrechnung aller Videoumsätze (Blue Ray, Verleih) die Box-Office-Umsätze nur mehr knapp zurückliegen (2010 waren das in den USA 10,46 Mrd. USD).
Für das Jahr 2010 liegen nun erstmals auch für Österreich verlässliche Daten vor. Durch ein Abkommen mit media control GfK INTERNATIONAL können für den Österreichischen Filmwirtschaftsbericht ab diesem Jahr die Daten für die Umsätze mit DVDs und Blue Rays detailliert dargestellt werden. Wie in den vergangenen Jahren nur auf der Grundlage von Schätzungen vermutet werden konnte, sind die Umsätze mit DVD und Blue Ray in Österreich im Verhältnis zur Einwohnerzahl deutlich höher als in Deutschland. 2010 wurden in Österreich insgesamt 14,744 Millionen DVDs und Blue Rays verkauft. Auf die DVD entfielen davon 13,082 Millionen Stück, auf Blue Ray 1,662 Millionen Stück. Die Schätzungen der vergangenen Jahre in den früheren Ausgaben des Filmwirtschaftsberichts haben sich damit als durchaus präzise erwiesen. Die Gesamtumsätze für das Jahr 2010 belaufen sich auf 186,29 Mio. Euro. Mehr als 29 Millionen Euro entfallen davon auf die Verkäufe von Blue Ray. Anders als in den USA liegen damit die Umsätze in Österreich mit dem Heimkino deutlich höher als mit der Kinokarte.
Während die DVD bei den verkauften Stückzahlen um 1,4% und bei den Umsätzen um 4% verlor, hat Blue Ray bei den Stückzahlen um mehr als 80% und bei den Erlösen um 53,4% gewonnen. Die beliebtesten Genres der ÖsterreicherInnen sind Komödien und Unterhaltung, die gemeinsam mehr als 40% aller verkauften Titel ausmachen. Action mit rund 10% und Thriller mit 9% liegen vor Kinderfilmen mit 8%. Die Top 5 Genres verkaufen damit mehr als 70% aller Einheiten. Vergleicht man anteilig Einheiten und Wert so fällt auf, dass Science Fiction und Musik die relativ teuersten Genres sind.
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Quelle: media control GfK INTERNATIONAL