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ÖSTERREICHISCHES FILMINSTITUT, Roland Teichmann
"... and the OSCAR goes to AUSTRIA for THE COUNTERFEITERS, accepting the award, the director STEFAN RUZOWITZKY" stand auf dem Zettel, den Penélope Cruz an diesem denkwürdigen Tag einem weltweiten Millionenpublikum vorlas. Das war der Auftakt für eine Erfolgsgeschichte, die seinesgleichen sucht. Unter Aufrechterhaltung der internationalen Anerkennung und Beachtung heimischen Filmschaffens wurde 2008 auch der so wichtige Heimmarkt erobert. Die Besucherzahlen verdreifachten sich im Vergleich zum Vorjahr und über 750.000 Besucher strömten in eine Vielfalt unterschiedlichster österreichischer Filme ins heimische Kino. Und dieser Trend hält ungebrochen an. Und die Erfolge zeigen Wirkung: das Budget des Filminstituts ist trotz prekärer Finanzlage im Wachstum begriffen und endlich wird der Film auch als horizontaler Politikbereich erkannt, der auch für die Wirtschafts- und Finanzpolitik von strategischer Bedeutung ist. Die breite Wertschöpfung, die dem Film innewohnt, erschöpft sich nicht nur in seiner kulturellen Ausstrahlung und es ist wohl nur mehr eine Frage der Zeit, bis wir endlich auch in Österreich ein Produktionskostenzuschussmodell zur vorwiegenden Stimulierung heimischer Produktionen bekommen. Aber all diese Bemühungen und Erfolge relativieren sich drastisch, wenn sich die Kooperation mit der wichtigsten Lebensader der Filmwirtschaft, dem ORF, weiter im Sinkflug befindet. Ohne gesunden ORF gibt es keine gesunde Filmwirtschaft. Die Politik muss daher auch dafür sorgen, dass der ORF dem österreichischen Film und Programm zweckgebunden und auf einer gesetzlichen Basis das nötige Geld zur Verfügung stellen kann, um die Erfolgsgeschichte noch viele Jahre weiter zu schreiben. Das Potential ist da. Yes, we can!

FILMFONDS WIEN, Peter Zawrel
Der Filmfonds Wien vergibt erfolgsbedingt rückzahlbare Zuschüsse und – unter bestimmten Voraussetzungen – nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen. Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am „Wiener Filmbrancheneffekt“ gemessen (mind. 100%). Die tatsächlich erzielten Effekte liegen jedoch seit Jahren weit über 200% und 2008 bei 325%.
Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. Bevorzugt werden Projekte, die in Kooperation mit ausländischen Partnern auch europäische Förderungsmittel in Wien wirksam werden lassen. Und vermehrt können die Angebote der anderen den Creative Industries zugute kommenden Strukturfonds vom audiovisuellen Sektor erfolgreich genutzt werden.
Im Jahr 2008 wurde nicht nur der gewohnte internationale Erfolg der vom Filmfonds Wien geförderten Filme mit dem Academy Award für den besten nicht englischsprachigen Film an Stefan Ruzowitzky’s DIE FÄLSCHER (Produzent: Josef Aichholzer) gekrönt, darüber hinaus erzielten gleich mehrere Filme endlich auch die gebührende Anerkennung beim einheimischen Kinopublikum, allen voran die Kinoadaption der Fernsehlegende mit „Mundl“ Karl Merkatz ECHTE WIENER (Produktion: Bonus Film; Regie: Kurt Ockermüller), die in knapp zwei Wochen zwischen Kinostart und Jahresende über 200.000 BesucherInnen zählen konnte.

NIEDERÖSTERREICH, Birgit Maimer
Auch 2008 wurden von Niederösterreich Kino- und Fernsehspielfilme und –dokumentationen gefördert, internationale Koproduktionen wurden ebenso wie eigenständige österreichische Produktionen unterstützt. Neben den künstlerischen werden bei der Förderungsvergabe auch wirtschaftliche und touristische Aspekte berücksichtigt. Zur Begutachtung ist von der Niederösterreichischen Landesregierung ein beratendes Gutachtergremium bestellt. Der Richtwert für die Förderung des Landes Niederösterreich liegt bei ca. 7,5 % der Nettoherstellungskosten, der NÖ-Effekt bei 150 % - 200 %. Dass der Filmförderung Niederösterreich neben einem Budget für Förderung wirtschaftlich und touristisch orientierter TV- und Kinospielfilme und –dokumentationen auch ein Budget zur Förderung von künstlerischen Filmen und Kinostruktur zur Verfügung steht, ist im heurigen Kulturwirtschaftsbericht klarer als im Vorjahr ersichtlich durch die Aufnahme Niederösterreichs ins Kapitel "Filmförderung nach künstlerischen Aspekten (Bund und Länder)".

OBERÖSTERREICH, Walter Winetzhammer
Auch im Jahr 2008 ist es dem Land Oberösterreich gelungen, dass touristisch wirksame TV-Filmproduktionen in Oberösterreich gedreht werden. Diese TV-Filmproduktionen schaffen nicht nur wirtschaftliche Effekte, sondern sorgen auch für mediale Aufmerksamkeit, wodurch ein positives Image des Bundeslandes Oberösterreich national und international transportiert werden kann.
In diesem Zusammenhang möchten wir uns auch recht herzlich bei den Filmproduktionsunternehmen für die ausgezeichnete und nachhaltige Zusammenarbeit bedanken.

CINESTYRIA FILMCOMMISSION AND FONDS 2008, Enrico Jakob
Als zentrale Anlaufstelle für alle Film- und TV-Angelegenheiten des Landes Steiermark, liegt das Hauptaugenmerk der Cinestyria Filmcommission and Fonds in der Förderung und Begleitung von Film- und TV-Projekten mit nationaler und übernationaler Verwertung, welche zum Großteil in der Steiermark realisiert werden.
2008 konnten 24 Projekte produziert werden. Die Tendenz zu mehr Dokumentationen war leicht rückläufig. Das Schwergewicht der zahlreicheren TV-Projekte gegenüber wenigen Kinoprojekten hielt an. Acht fiktionalen Projekten standen 10 Dokumentationen gegenüber. Bei den weiteren Projekten handelte es sich um Drehbuch- und Festival- sowie Strukturförderungen.
Mit der Spitzenfinanzierung der Cinestyria konnte damit ein Gesamtproduktionsvolumen in der Höhe von € 26, 8 Mio. ausgelöst werden. Der im Jahr 2008 erzielte Regionaleffekt betrug € 4, 4 Mio. Dies entspricht 390% der eingesetzten Fördersumme.
Einhergehend mit der Tendenz der schrumpfenden Finanzierungsanteile des nationalen Senders konnte die Cinestyria damit, die in relevantem Ausmaß zur Stärkung der Filmproduzenten und deren Produktionskontinuität, beitragen.

CINE TIROL, Johannes Köck
2008 – ein sehr erfolgreiches Jahr im Filmland Tirol
Das Jubiläumsjahr von Cine Tirol – die filmfördernde Initiative der Tirol Werbung und des Landes Tirol feierte 2008 seinen zehnten Geburtstag –war auch das bisher erfolgreichste: 34 Filmproduktionen aus dem In- und Ausland konnten nach Tirol geführt werden - die Dreharbeiten für diese Projekte wurden fast das ganze Jahr über an vielen Drehorten zwischen Osttirol und dem Lechtal durchgeführt und sorgten für große wirtschaftliche beziehungsweise mediale Effekte.
Mit "In drei Tagen bist du tot 2", "Der Architekt" und "Sennentuntschi" konnten gleich drei Kinofilme in Tirol gedreht werden, dazu noch zahlreiche TV-Filme wie "Baum der Erlösung", "Der Bär ist los!", "Die Jahrhundertlawine", "Gletscherblut", "Am Seil" und "Da wo wir zuhause sind", auch die TV-Serienproduktionen "SOKO Kitzbühel", und "Der Bergdoktor" wurden in der achten bzw. zweiten Staffel fortgesetzt; ein besonderer Erfolg auf Grund des filmtouristischen Potenzials war auch die Realisierung der TV-Reihe "Die schönsten Liebesgeschichten" mit sechs Spielfilmen; des Weiteren wurden im vergangenen Jahr sechs indische Spielfilme sowie zahlreiche Dokumentar-, Kurz- und Werbefilme in Tirol gedreht. Die Auszeichnungen für den Cine Tirol geförderten Kinofilm "März" von Händl Klaus im Rahmen der Filmfestivals in Locarno und Sarajevo waren besonders erfreulich.
Die Cine Tirol Unterstützung für das Internationalen Filmfestival Innsbruck, das Bergfilmfestivals in St. Anton am Arlberg, die Naturfilmtage und das Politfilmfestivals in Innsbruck diente der Profilierung des Filmlandes Tirol als Ort der filmischen Begegnung und des entsprechenden Austausches.

SALZBURG, Thomas Posch
Salzburger Filmwirtschaft boomt
Stadt und Land Salzburg erfreuen sich als Film- und Drehort großer Beliebtheit und profitieren dabei in vielfacher Hinsicht von den Filmen, die ein Millionenpublikum erreichen. Neben der Werbewirkung, die für den Salzburger Tourismus entsteht, stellen Filmproduktionen als eine Art temporäre Betriebsansiedlungen einen wichtigen Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor für die Region dar und bieten Geschäftsmöglichkeiten für die zahlreichen Salzburger Unternehmen der IT-, Medien- und Filmwirtschaft. Salzburg ist dabei nicht nur ein idealer Drehort, sondern auch Standort von namhaften branchenspezifischen Unternehmen und einer Fachhochschule als Ausbildungszentrum, die das Profil des Filmstandortes abrunden.
Im Jahr 2008 wurde elf Projekten eine kommerzielle Filmförderung des Landes Salzburg zugesagt. Insgesamt wurden bisher für 55 Filmproduktionen Zuschüsse in Höhe von ca. 4,2 Mio. Euro genehmigt und damit eine Wertschöpfung von rund 17,5 Mio. Euro durch Direktausgaben im gesamten Bundesland erzielt. Bei den förderbaren Filmen wird einerseits auf den touristischen Werbe- und Wiedererkennungseffekt, andererseits auf die Höhe der direkten Ausgaben in Salzburg Wert gelegt. Und der sogenannte "Filmbrancheneffekt" (Produzenten-, Regie- und Filmtätigkeiten, Schauspieler und Statisten, Drehbücher, Filmnachbearbeitung) stärkt die Salzburger Filmbranche enorm und erhält bzw. baut Arbeitsplätze aus.
Im Vorjahr gelang es, eine große amerikanische Filmproduktion nach Salzburg zu holen. Die Dreharbeiten zum Mittelalterstreifen "Season of the Witch" lösten ein großes Medienecho aus. Der Film mit Nicolas Cage in der Hauptrolle soll 2010 in die Kinos kommen.

FILM/FERNSEH-ABKOMMEN, Heinrich Mis
Ein starkes Jahr
2008, gemessen an nackten Zahlen, war das bisher stärkste Jahr seit Bestehen des Film-Fernsehabkommens. Überzeugende Projekte verlangten einen Vorgriff von zusätzlich € 1,200.000, als Beweis für die Flexibilität und das Engagement des ORF für den Kinofilm, dessen Erfolge und Lebensfähigkeit zu Recht bejubelt werden.
Der Glanz des Erfolgs beim Kinofilm überstrahlt meist die Erfolge des Fernsehens am Binnenmarkt und im Export.
Filmwirtschaftlich noch bedeutsamer als Kino sind die Fernsehproduktionen des ORF. Hier wurde das 15 fache des Film-Fernsehabkommens bewegt. Hier liegt beschäftigungspolitisch das Zentrum der österreichischen Filmwirtschaft. Hier werden Kreative, Cast und Crew aus Österreich nachhaltig beschäftigt. Und hier wird vor einem Millionenpublikum österreichische Identität dargeboten.
Die Überschneidungen zwischen Film und Fernsehen sind groß. Die Mehrzahl Autoren, Regisseure, Darsteller und Produzenten arbeiten in beiden Bereichen, ihre Arbeit ist Grundlage für den Erfolg beim Publikum.
Ende 2008 verdüsterten die Wolken der aufkeimenden Krise die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch für den ORF. Die Evaluierung aller Ausgaben, auch der fortgesetzten Finanzierung des Film-Fernsehabkommens, erzeugte Aufruhr und Unruhe.
Das weitere Engagement des ORF, in welcher Form auch immer, für identitätsstiftende österreichische TV-Filme und Serien, für fiktionales und dokumentarisches Kino, steht für mich außer Frage. Das begründet unseren Erfolg beim Gebührenzahler, das begründet die Daseinsberechtigung des Senders, das begründet unsere unersetzliche Rolle als Arbeitgeber für das filmkreative Österreich und als Zentralanstalt für österreichische Identität.

FERNSEHFONDS AUSTRIA, Alfred Grinschgl
Der FERNSEHFONDS AUSTRIA wird ab dem Jahr 2009 nicht 7,5 Millionen Euro an Förderungen für Dokumentationen, Fernsehfilme und Fernsehserien zu vergeben haben, sondern es kommt nahezu zu einer Verdoppelung des Fördervolumens: Insgesamt stellt die Republik Österreich über Vorschlag von Staatssekretär Dr. Josef Ostermayer einen Betrag von 13,5 Millionen Euro zur Verfügung. Es ist dies wohl auch ein Dank für den weltweit hoch gerühmten österreichischen Kino- und Fernsehfilm. Österreichs Filmschaffende haben die Top-Liga in internationaler Hinsicht erreicht! Daraus können wir lernen, dass es Österreich und den vielen österreichischen Produktionsfirmen sehr erfolgreich gelungen ist, großartige Schauspieler, Regisseure und kreative Menschen aller Art im Lande zu halten und ihnen hervorragende Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten.
Ein weiterer wichtiger Teil der österreichischen Förderpolitik liegt darin, dass es dem FERNSEHFONDS AUSTRIA darum geht, die Rechte und damit das Unternehmertum der Produzenten zu fördern. Es ist das Recht der Produzenten, mit den Rechten, über die sie verfügen, gute Geschäfte zu vereinbaren. Es geht um die Verwertung der Fernsehfilme in jeder Hinsicht: Internationale Verkäufe, zeitlich befristete Verkäufe an TV-Stationen, Pay-TV, DVD-Auswertungen...In diesem Sinne ist es im Jahr 2008 gelungen, insgesamt 37 Projekte mit 7,4 Millionen Euro zu fördern. Die Gesamtherstellungskosten beliefen sich auf 54,5 Milllionen Euro. Von diesen 54,5 Milllionen Euro wurde der allergrößte Betrag, nämlich etwas mehr als 20 Millionen Euro oder 38,2 Prozent, von deutschen Fernsehanstalten wie ARD, ZDF, SAT 1, RTL, Pro7 und vielen anderen finanziert. Der ORF finanzierte immerhin 13,9 Prozent oder knapp acht Millionen Euro von den vom FERNSEHFONDS AUSTRIA geförderten Filmen.