nach oben| Filmwirtschaft F+F 08
  • Für 2008 belaufen sich die kumulierten Umsätze der gesamten Filmwirtschaft auf rund 668 Mio. Euro, auf die Produktion entfallen rund 351 Mio. Euro. Damit ist die Bedeutung der Filmwirtschaft in Österreich deutlich größer, als in den vergangenen Jahren geschätzt werden konnte. Insgesamt sind 6.127 Beschäftigte in der Filmwirtschaft tätig.
  • Die österreichische Filmproduktion verzeichnet in den vergangenen sieben (2001 – 2008) Jahren nominell ein Umsatzwachstum von 75%. Inflationsbereinigt beträgt das Wachstum rund 50%. (In der Studie „Österreichischer Filmbericht - Die österreichische Filmwirtschaft 2001 – 2003“, Triconsult, wurde der gesamte Umsatz der Produktionsunternehmen im Jahr 2001 auf Euro 200 Mio. geschätzt.)
  • Die nach Einführung einer dualen TV-Landschaft erhofften Produktionsimpulse durch die Privatsender entwickeln sich langsamer als erwartet.
  • Der ORF weist eine nahezu unveränderte Tendenz auf, wesentliche Anteile des Vergabevolumens an wenige Produktionsfirmen zu vergeben. 34 Firmen wurden mit 95% des Vergabevolumens beauftragt, während sich 66 Filmhersteller 5% des Vergabevolumens teilen.
  • Analysiert man die Programmsparten des ORF nach Vergabevolumina, so hat sich der Schwerpunkt der Produktionen deutlich zur Sparte „Show“ verschoben.
  • Die Herstellungskosten von 28 TV-Produktionen (2007: 26) mit ORF-Beteiligung wurden durch Förderungen aus öffentlichen Mitteln (Fernsehfonds Austria, Länderförderungen) mitfinanziert.

Die Eckdaten der Filmwirtschaft sind als Grundlage des jährlichen Filmwirtschaftsberichts von zentraler Bedeutung. In Übereinkunft mit dem Fachverband der Film- und Musikindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich und der Statistik Austria wurden die Daten auf eine neue Basis gestellt. In Zukunft werden auch die Daten der Statistik Austria verwendet. Da im Rahmen der Leistungs- und Strukturstatistik die Erfassungsbereiche ausgeweitet wurden und nun weitere Bereiche der Filmwirtschaft inkludiert sind, steht ab dem Wirtschaftsjahr 2008 eine völlig neue Datenqualität mit detaillierteren Zahlen zur gesamten Filmwirtschaft zur Verfügung. Die Ergebnisse der Leistungs- und Strukturstatistik für das Jahr 2008 werden entsprechend der gesetzlichen Vorgaben erst 2010 publiziert, sodass dann diese Daten im vollen Umfang zur Verfügung stehen werden. Für den aktuellen Filmwirtschaftsbericht muss noch auf Daten (Anzahl der Unternehmen, Umsatz und Beschäftigte) aus dem Unternehmensregister der Statistik Austria1 zurückgegriffen werden.

Diese von Statistik Austria zur Verfügung gestellten Daten decken sich über weite Strecken mit den für 2001 erhobenen Daten aus der Studie „Österreichischer Filmbericht - Die österreichische Filmwirtschaft 2001 – 2003“, auch wenn teilweise unterschiedliche Definitionen für den Gesamtsektor „Filmwirtschaft“ verwendet wurden. (2001 etwa waren Kabelnetze, Zulieferfirmen und Einrichtungen des Films wie Festivals oder Interessensvertretungen berücksichtigt.) In der Aufstellung sind aber – entsprechend auch der international verwendeten Systematik (z.B. Schweiz) – die Fernsehveranstalter nicht berücksichtigt.

Bei der Analyse der kumulierten Umsätze ist zu beachten, dass die Vorleistungen hier nicht abgezogen sind. Die dargestellten Werte entsprechen also weitgehend den Bruttoproduktionswerten und nicht der Wertschöpfung. In den Umsätzen der Kinos sind so etwa Umsätze der Produzenten oder der Verleihfirmen enthalten, und auch die Umsätze der Nachbearbeitung sind Vorleistungen, die bei den Produzenten Ausgaben bedeuten.

1 Das Unternehmensregister der Statistik Austria stellt eine Evidenz der österreichischen Unternehmen samt ihrer Betriebe, Arbeitsstätten sowie öffentliche Institutionen und Non-Profit-Organisationen dar. Es dient der Statistik Austria u.a. auch als Datenbasis für wirtschaftliche Statistiken, Basis für die Ziehung von Stichproben für zahlreiche wirtschaftliche Statistiken. Als administrative Quellen für das Unternehmensregister stehen das Firmenbuch (wirtschaftlicher Status, Firmenname, Gründungs- bzw. Liquidationsdatum, Informationen über Umstrukturierungen), der Hauptverband der Sozialversicherungsträger (Beschäftigtendaten der unselbständig Beschäftigten), Steuerdaten (Umsätze) und Daten der Wirtschaftkammer Österreich (Arbeitsstätteninformationen) zur Verfügung.