facts+figures
nach oben| Statements
Die Förderungen wurden um eine kurze Darstellung ihrer Tätigkeiten für das Jahr 2007 gebeten. Die uns übermittelten Statements sind in ihrer inhaltlichen Ausrichtung und ihrem Fokus so unterschiedlich ausgefallen, wie sie hier zu lesen sind. Experten empfehlen eine Harmonisierung der Länderförderungen, um einerseits die kontraproduktive Konkurrenzstellung zu neutralisieren und andererseits eine Angleichung der Richtlinien sowie eine bessere Orientierung für Antragsteller zu ermöglichen. Folgende Institutionen haben bis Redaktionsschluss ihre Tätigkeiten im Jahr 2007 zur Verfügung gestellt.

FILMFONDS WIEN, Peter Zawrel
Der Filmfonds Wien vergibt erfolgsbedingt rückzahlbare Zuschüsse und - unter bestimmten Voraussetzungen - nicht rückzahlbare Zuschüsse für die Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung von Filmen. Die eingereichten Projekte werden nach ihrer kulturellen, künstlerischen und filmwirtschaftlichen Bedeutung für Wien beurteilt. Letztere wird am „Wiener Filmbrancheneffekt“ gemessen: Mindestens 100 Prozent der gewährten Fördermittel müssen der Beschäftigung Wiener Filmschaffender, der Nutzung der Wiener Filminfrastruktur oder Wien als Drehort zugute kommen.
Die tatsächlich erzielten Effekte liegen jedoch seit Jahren weit über 200% und 2007 bei 356%, was einen neuen Rekord darstellt.
Darüber hinaus fungiert der Filmfonds Wien als Plattform für alle Belange des Filmschaffens in Wien, vor allem durch Beratung und Vernetzung sowie Partnerschaften im Bereich der Aus- und Fortbildung auf regionaler und internationaler Ebene und mittels einer gezielten Strukturförderung. Bevorzugt werden Projekte, die in Kooperation mit ausländischen Partnern auch europäische Förderungsmittel in Wien wirksam werden lassen. Und vermehrt können die Angebote der anderen, den Creative Industries zugute kommenden Strukturfonds vom audiovisuellen Sektor erfolgreich genutzt werden.
Der konsequenten internationalen Ausrichtung seiner Tätigkeit ist es zu verdanken, dass der Filmfonds Wien mit einem seit dem Jahr 2000 gleich gebliebenen Budget 2007 seine Aufgaben wiederholt mehr als erfolgreich erfüllen konnte. Wiener Produktionsfirmen sind zu gefragten internationalen Partnern geworden; Wiener Dienstleistungsunternehmen, insbesondere in der Postproduktion, haben dem Standort Wien zu einem exzellenten Ruf verholfen.

NIEDERÖSTERREICH, Birgit Maimer
Schwerpunkte der Förderung:
Neben Förderungen von Filmen unter wirtschaftlichen und touristischen Aspekten ist dem Land Niederösterreich die Unterstützung von künstlerischen Filmen ein wichtiges Anliegen. Die Förderung von „Kunstfilmen“ sowie von Kino- und Fernsehspielfilmen sowie Kinodokumentationen wird daher von
der Abteilung Kultur und Wissenschaft gemeinsam abgewickelt. Zudem engagiert sich das Land Niederösterreich schon seit jeher in der Nachwuchsförderung.
Zusätzliche Finanzierungsmittel 2007:
Für folgende Projekte wurden Finanzierungsmittel außerhalb des Filmförderbudgets zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hier aber nicht um die Vergabe von Fördergeldern, sondern um Koproduktionen:
  • Koproduktion Verein Lebensqualität/Talk TV: TV-Serie „Natur im Garten“,
  • 20 Folgen mit Gesamtkosten von rund einer Million Euro
  • Koproduktion Verein Lebensqualität/Epo-Film: Universum „Dachgärten“, 90.000 Euro
  • Koproduktion Verein Lebensqualität/Epo-Film: Universum „Landesgartenschau“, 460.000 Euro“

CINESTYRIA FILMCOMMISSION AND FONDS, Enrico Jakob
„2007 wurden fünf fiktionale Projekte, sieben Dokumentationen, zwei Filmfestivals und zwei Projekte aus dem Bereich „weitere Förderbereiche“ gefördert. Das Schwergewicht der Dokumentationen blieb damit auch in diesem Jahr erhalten. Besonders auffällig ist, dass 2007 nur ein Kinofilm in der Steiermark produziert wurde. Alle anderen Projekte waren TV-Projekte. Das entspricht weniger der Intention der Förderstelle als den Gegebenheiten.
Besonders auffällig ist in diesem Jahr die Tendenz der Verschiebung der Finanzierungsanteile in Bezug auf den ORF. Die ORF-Finanzierungsanteile sinken, jene der Cinestyria steigen tendenziell bei gemeinsam finanzierten Projekten. Teilweise sind die Anteile bereits gleich hoch. Im Fall einer großen zweiteiligen TV-Movie-Produktion ist der Anteil von Cine Styria sogar um ein Drittel höher als jener des Fernsehveranstalters.
Die herkömmlichen Verhältnisse von Basisfinanzierung und Spitzenfinanzierung sind damit deutlich nicht mehr gegeben.“

CINE TIROL, Johannes Köck
„Im zehnten Bestandsjahr von Cine Tirol konnten zahlreiche nationale und internationale Filmprojekte nach Tirol geholt werden, die für große wirtschaftliche Effekte und mediale Aufmerksamkeit gesorgt haben – insbesondere die Rückkehr der TV-Serienproduktion „Der Bergdoktor“ nach neunjähriger Abwesenheit sowie die Dreharbeiten für den Bollywoodfilm „Yuvraaj“ mit indischer Starbesetzung. Folgende Fernsehproduktionen wurden 2007 in Tirol realisiert: „Die Lawine“ und „Tatort - Granit“ im Wipptal, „Da, wo die Freundschaft zählt“ in Kitzbühel, „Im Tal des Schweigens“ in Sillian, dazu noch die bereits siebente Staffel von „SOKO Kitzbühel“ in den Kitzbüheler Alpen, die erste Staffel des „neuen Bergdoktors“ mit acht Folgen in Ellmau und „Tom Turbo“ mit zwei Folgen in Hall.
Auch Kinofilme wurden in diesem Jahr in Tirol gedreht – darunter „Krabat“ im Kaunertal, „Der Brandner Kaspar“ in Kramsach sowie „Champagne Socialist“ in St. Anton am Arlberg. Indien als die größte Filmindustrie der Welt nützte Tirol wieder als Kulisse für ihre „visualisierten Träume“: die Superstars Salman Khan, Anil Kapoor und Katrina Kaif standen für den aufwändig inszenierten Film „Yuvraaj“ von Subash Ghai in Innsbruck, Wattens und Kufstein vor der Kamera, vier weitere Produktionen aus Indien konnten im vergangenen Jahr ebenfalls in Tirol realisiert werden.
Hinzu kommen noch zahlreiche Dokumentar- und Kurzfilme sowie Werbefilme, die in verschiedenen Regionen Tirols gedreht wurden.“

LAND SALZBURG, Thomas Posch
„Wir sind stolz auf die teilweise bereits sehr erfolgreich ausgestrahlten Filme Salzburger Produzenten: Star Film (Serie "Oben ohne": 3 Staffeln à 6 Folgen sind fertig, eine 4. ist in Planung) und SK Film ("Bauernprinzessin I + II": Folge III wird noch heuer gedreht; "Rumpelstilzchen": zahlreiche Schulvorstellungen, Festivalteilnahmen; für Kinderfilmfestival in Chikago wurde der Film englisch untertitelt).
Vorschau für 2008: eine Budgeterhöhung auf € 663.000 ist geplant; spezielle Schwerpunkte gibt es derzeit nicht.“

SONSTIGE FÖRDERUNGEN UND FINANZIERUNGEN

ORF FILM/FERNSEH-ABKOMMEN, Heinrich Mis
"Die Mischung Stimmt wieder. Publikumsfilm, gehobenes Arthouse, kleine freche Innovation, Kunst im Kino und Künstler auf der Suche, Kinderfilme mit Niveau, große und kleine Dokumentarfilme und einmal Haneke: Von der Papierform der Finanzierungszusagen her gesehen ist das Wellental der Suche nach dem richtigen Mix überwunden. Jetzt müssen sich nur noch die Einschätzungen der Produzenten und Produzentinnen und der Optimismus der Finanziers und der Förderer vor Publikum bewahrheiten. Der österreichische Kinofilm und der damit verbundene ORF lebt von der Anpassungsfähigkeit der Kreativen an die Anforderungen des Marktes, so brutal und geschäftsmäßig das klingen mag. Auch Arthouse ist ein Markt, an dem man munter vorbeiproduzieren kann, und ein Film, der zwar ehrenhaft Festivalpräsenz erlebt, aber dann in die Düsternis eines misslungenen Kinostarts abfällt, hat seine Bestimmung verfehlt, nämlich die, vor freiwillig zahlendem Publikum zu bestehen. Die im Jahr 2007 vom ORF mitfinanzierten Filme werden uns vor diesem Erlebnis bewahren bzw. haben das bis jetzt bereits getan."

FERNSEHFONDS AUSTRIA, Alfred Grinschgl
Der FERNSEHFONDS AUSTRIA hat im Jahr 2007 die Wirkung des FERNSEHFONDS AUSTRIA evaluiert. Ergebnis der Umfrage:
  • Die Situation der österreichischen Produzenten hat sich durch die Tätigkeit des FERNSEHFONDS AUSTRIA verbessert.
  • Der frühere Rechterückfall wird als positiver Effekt gesehen und führt zu einer besseren Kapitalbildung bei den Produzenten.
  • Die Fördermittel ermöglichen höhere Budgets und damit auch höhere Investitionen in die Qualität.
  • Produktionen werden realisiert, die sonst nicht bzw. nicht in vergleichbarem Umfang zu Stande gekommen wären.
  • Österreich ist für ausländische Produzenten attraktiv und die Infrastruktur der österreichischen Filmwirtschaft wird gestärkt.
Die geförderten Projekte des Jahres 2007 hatten Gesamtherstellungskosten in der Höhe von rund 50 Mio. Euro. Die in Österreich geplanten Aufwendungen betragen rund 24,5 Mio. EUR. Damit fließt das 3,5-fache der eingesetzten Fördermittel in die heimische Wirtschaft. Durch die vom FERNSEHFONDS AUSTRIA geförderten Projekte kommt es zu einer Stärkung des Medienstandorts Österreich - es profitieren Filmschaffende und Unternehmen.
Auch von kleineren Produzenten werden die Mittel des FERNSEHFONDS AUSTRIA als nützlich für den Einstieg in die Fernsehproduktion angesehen. Ein Hinweis auf die hohe Qualität der vom FERNSEHFONDS AUSTRIA geförderten Projekte sind die zahlreichen Teilnahmen an Filmfestivals und die erhaltenen Preise und Auszeichnungen.