nach oben| Filmwirtschaft
Mit Filmwirtschaft wird jener Wirtschaftszweig bezeichnet, der sich mit der Herstellung, Vervielfältigung und der Verbreitung von Kino-, Fernseh- und anderen Filmen beschäftigt. Dies umfasst im Kern die Produktion (in Form von Auftrags- und Eigenproduktion), den Verleih und die Vorführung (Kino).

Die Filmproduktion (Herstellung von zur öffentlichen Aufführung bestimmten Laufbildern und Bildträgern jeder Art) ist seit 1994 ein freies Gewerbe, das heißt die Ausübung ist an keinen Befähigungsnachweis gebunden. Die Unternehmen der Filmwirtschaft sind per Gesetz Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich und dem Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie zugeordnet. Ende 2005 hatte der Fachverband aus allen Bereichen der Filmwirtschaft insgesamt 2.824 (2004: 3.072) Mitglieder, davon waren im Schnitt 74% (2.162) Einpersonenunternehmen (EPU), wobei die Steiermark mit 85% EPUs an der Spitze steht und Salzburg mit 65% das Ende der Liste bildet, Wien liegt im Mittelfeld (77%). 93 Gewerbeberechtigungen waren ruhend gestellt, die Unternehmen waren daher im Beobachtungsjahr nicht wirtschaftend tätig.

Nach Angaben des Fachverbands waren 2.000 (2004: 1.494) Filmhersteller im Berichtsjahr aktiv. Im Vergleich dazu waren es vor der Liberalisierung der Gewerbeordnung (1994) nur 618 Filmhersteller, das heißt in knapp mehr als einem Jahrzehnt hat sich die Zahl der Gewerbebetriebe verdreifacht. Die Filmwirtschaft beschäftigte insgesamt 4.500 (2004: 5.000) unselbständig Erwerbstätige, davon entfallen 2.550 (2004: 2.450) auf die Filmproduktion, um 4% mehr als im Jahr 2004. Die so genannten atypisch Beschäftigten, also die Freien Dienstnehmer und die Neuen Selbstständigen (=Werkvertragnehmer ohne Gewerbeschein) sind von den Statistiken nicht erfasst.

Die österreichische Filmwirtschaft erzielte 2005 einen Gesamtproduktionswert in Höhe von 193,5 Mio. Euro (2004: 188 Mio. Euro), wovon der österreichische Anteil der Kinofilme mit 25,1 Mio. Euro (2004: 18,5 Mio. Euro) 13% (2004: 9,92%) betrug. Für den eigenproduzierten Kinofilm besteht nur ein sehr beschränkter heimischer Markt. Die Tätigkeit der Filmproduktion ist überwiegend auf die Durchführung von Auftragsproduktionen für Fernsehveranstalter konzentriert, vor allem für das öffentlich-rechtliche Fernsehen ORF.

AUFTRAGSPRODUKTION – EIGENPRODUKTION

Die Aufgaben der Produzenten im Bereich des Auftragsfilmes unterscheiden sich von den unabhängigen Produktionen (Eigenproduktionen) in einigen wesentlichen Punkten: Thema und Zielsetzung werden vom Auftraggeber bestimmt. Das wirtschaftliche Risiko und die Finanzierung des Films werden hier dem Produzenten abgenommen. Als selbständiger Unternehmer erwirbt der Filmproduzent im Rahmen der Filmherstellung die Nutzungs- und Leistungsschutzrechte der am Filmwerk Mitwirkenden und das Eigentum am Film-Negativ. Mit der Ablieferung des Films gehen sämtliche Nutzungsrechte und das Kopierausgangsmaterial in das Eigentum des Auftraggebers über.

Ein Film hingegen gilt als Eigenproduktion, wenn der Produzent den Film im eigenen Namen und auf eigene Rechnung herstellt und die Verantwortung für die Durchführung des Filmvorhabens trägt. Eine unverzichtbare Voraussetzung dafür ist die Inhaberschaft an den Nutzungsrechten am Filmwerk und das Eigentum am Filmmaterial. Die Verwertungsrechte verbleiben also beim Filmhersteller mit Ausnahme jener Rechte, die dieser im Zuge der Finanzierung beispielsweise an Fernsehveranstalter, abgetreten hat.