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Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

1/ Die Ergebnisse bis 2003 sind auf Grund von Änderungen in der Erhebungsmethodik nicht mit denen von 2004 und 2005 vergleichbar.

In Mio.; Kursive Angaben sind Schätzungen oder provisorische Zahlen
 
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Rückläufige Kinobesucherzahlen waren 2005 ein nahezu weltweites Phänomen. So ist die Zahl der Kinobesuche in Brasilien um fast 22%, in Australien um 10%, in den USA um 9% und in Japan um 6% gefallen. Die Europäische Union bildet hier keine Ausnahme und verzeichnet 2005 einen Rückgang um rund 115 Mio. Kinobesuche gegenüber dem Rekordjahr 2004. So ist die Zahl der Besucher mit 892 Millionen wieder unter die 2005 erreichte 1-Milliarde-Marke gefallen. Dies ist ein Rückgang um 11,4% und stellt den tiefsten Stand dieses Jahrzehnts dar.

In Deutschland (-18,8%), Spanien (-12,5%) und Frankreich (-10,1%) sind zweistellige Verluste zu verzeichnen, während der Markt in Italien (-7,5%) auf Grund guter Ergebnisse im Juli und im November und im Vereinigten Königreich (-3,8%) auf Grund eines starken letzten Quartals etwas besser dem allgemeinen Trend widerstehen konnte.

Von den mittleren und kleineren Märkten melden Zypern, die Tschechische Republik, Estland, Finnland, Irland, Litauen, die Niederlande, die Slowakei und Schweden zum zweiten Mal hintereinander rückläufige Besucherzahlen. Die stärksten Verluste bei den mittleren Märkten sind in Österreich (-18,9%) und der Tschechischen Republik (-21,3%) zu verzeichnen. In Polen ist die Zahl der Kinobesuche gegenüber dem Ausnahmeergebnis von 2004 sogar um 29,4% zurückgegangen. Von den kleineren Märkten am wenigsten betroffen waren mit jeweils -4,7% Dänemark, Estland und Lettland sowie Irland mit einem vergleichsweise erträglichen Rückgang um 5%. Bei den kleineren Märkten meldet die Slowakei (-24,1%) den deutlichsten Rückgang.
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Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

In Mio.; Kursive Angaben sind Schätzungen oder provisorische Zahlen
 
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Bei den Nicht-EU-Ländern, für die Zahlen vorliegen, weisen die Russische Föderation und die GUS-Staaten für 2005 positive Zahlen aus. Mit einem Plus von rund 30% gegenüber 2004 ist in diesen Ländern insbesondere ein rasches Wachstum der Einspielergebnisse zu verzeichnen. Allein aus der Russischen Föderation wird ein Gesamtumsatz an den Kinokassen von geschätzten 316 Mio. USD gemeldet - ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um fast 39%. Zu den ausschlaggebenden Gründen hierfür gehören eine wachsende Wirtschaft, verbesserte Vorführbedingungen sowie eine Fülle erfolgreicher einheimischer Filme. So finden sich in den Top-10 des Jahres fünf nationale Produktionen, darunter mit den Kriegsfilmen Company 9 und Turkish Gambit die zwei Spitzenreiter. Der Marktanteil nationaler Filme wird auf insgesamt 28% geschätzt.
In der Türkei, dem zweitgrößten Markt in dieser Gruppe, ist die Zahl der Kinobesuche gegenüber dem Rekordjahr 2004 um 8,3% zurückgegangen. Wie in der Russischen Föderation war 2005 auch hier ein besonders erfolgreiches Jahr für einheimische Filme, die mit 42% (37% im Jahr 2004) den europaweit höchsten Marktanteil erreichen. Von den Top-10 waren sieben nationale Produktionen und der erfolgreichste ausländische Film (Harry Potter and the Goblet of Fire) landete nur auf Platz 7. Spitzenreiter war Hababam Sinifi Askerde, das Sequel einer türkischen Hitkomödie, mit 2,6 Mio. verkauften Kinokarten, gefolgt von Babam ve Oğlum mit 1,7 Mio. verkauften Kinokarten 2005.
Norwegen vermeldet im zweiten Jahr in Folge rückläufige Kinobesucherzahlen, obgleich der Rückgang 2005 (-5,3%) im Vergleich zu einigen anderen Ländern in dieser Gruppe nicht so dramatisch ausgefallen ist. Die Schweiz meldet 14,95 Mio. Kinobesuche, ein Rückgang um 13,1% gegenüber 2004 und der niedrigste Stand seit 1990. Dennoch ist der Marktanteil schweizerischer Filme 2005 deutlich gestiegen, von 2,5% im Jahr 2004 auf nunmehr knapp 6%. In der Hitliste 2005 erreichte Mein Name ist Eugen, die Verfilmung eines beliebten Kinderbuchs, Platz 3. In Bulgarien ist mit einem Rückgang der Besucherzahlen um 22,4% der positive Trend von 2004 nicht bestätigt worden. Der deutlichste Rückgang in dieser Gruppe ist in Rumänien zu verzeichnen, wo die Zahl der Kinobesuche von 4 Mio. im Jahr 2004 auf 2,8 Mio. im Jahr 2005 eingebrochen ist.