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Kinofilmproduktion und Kinobesuche in Europa

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Pressemitteilung vom 4. Mai 2005 (Auszug)

Über eine Milliarde Kinobesuche belegen die lebhafte Entwicklung der großen Märkte in der Europäischen Union.

In der Europäischen Union wurden 2004 zum zweiten Mal seit 1990 über eine Milliarde Kinobesuche gezählt.
In den 25 Mitgliedstaaten wurden 1.005 Mio. Kinokarten verkauft - ein Anstieg um 6% gegenüber 2003.
Angeführt von Frankreich mit beeindruckenden 12,3% verzeichnen alle großen Märkte der Europäischen Union steigende Besucherzahlen.
Die Marktanteile von europäischen und amerikanischen Filme waren im Vergleich zu 2003 stabil.
2004 wurden in der Europäischen Union 764 Spielfilme produziert - eine leichte Erhöhung gegenüber dem Vorjahr.

Spielfilmproduktion in der Europäischen Union steigt 2004 leicht an

Auf der Basis der verfügbaren Zahlen schätzt die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle die Gesamtzahl der 2004 in den 25 Staaten der Europäischen Union produzierten Filme auf ca. 764. Dies bedeutet ein Zuwachs um 2% gegenüber 2003 (750 Filme).

Mit 92 ausschließlich national finanzierten Filmen (24 mehr als 2003) erweist sich der spanische Produktionssektor 2004 als besonders dynamisch. Die Zahl der rein nationalen Produktionen ist auch in Frankreich deutlich angestiegen (von 105 im Vorjahr auf 130), aber ein deutlicher Rückgang der überwiegend französischen Koproduktionen (von 78 im Vorjahr auf 37 im Jahr 2004) bedeutet, dass die Anzahl der rein französischen bzw. französisch initiierten Filme insgesamt rückläufig ist (167 Filme gegenüber 183 im Vorjahr). Auch in Deutschland verzeichnet die nationale Produktion 2004 einen Anstieg (60 ausschließlich national produzierte Spielfilme gegenüber 54 im Vorjahr). In Italien sind die Produktionszahlen mit 111 Filmen stabil geblieben, wobei die Zahl der Koproduktionen mit italienischer Minderheitsbeteiligung deutlich gestiegen ist (von 7 im Jahr 2003 auf 23 im Jahr 2004). Die Zahl der britischen Produktionen ist insgesamt leicht rückläufig. Dies ist im Wesentlichen auf einen Rückgang der rein nationalen Produktionen zurückzuführen, während die Zahl der Koproduktionen mit britischer Beteiligung stabil geblieben ist.

In den kleineren Märkten sind Zuwächse in Österreich (+4 Filme), Finnland (+5 Filme) und Schweden (+9 Filme) zu verzeichnen. Die vorläufigen Ergebnisse für Belgien, Irland und Portugal weisen auf stabile Produktionszahlen hin. Das gleiche gilt für Ungarn und Polen, während 2004 in Dänemark, Griechenland und in den Niederlanden ein weniger produktives Jahr als 2003 war. Die ersten Schätzungen für die Tschechische Republik zeigen, dass dort 2004 insgesamt 21 national produzierte Filme in die Kinos gekommen sind, 7 mehr als 2003.

Das durchschnittliche Produktionsbudget für einen französischen Film ist um 15% gestiegen und hat mit nunmehr 5,34 Mio. EUR (gegenüber 4,63 Mio. EUR im Vorjahr) den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Zurückgegangen ist dagegen das durchschnittliche Produktionsbudget in Italien - von 2,57 Mio. EUR 2003 auf 2,12 Mio. EUR 2004 (-17%). Das durchschnittliche Budget für britische Produktionen ist gegenüber dem Rekordstand von 2003 ebenfalls zurückgegangen und liegt nunmehr bei geschätzten 7,29 Mio. GBP (10,82 Mio. EUR). 2004 wurden 10 Hollywood-Filme im Vereinigten Königreich gedreht - doppelt so viele wie im Jahr 2003.